Industrie- und Handelskammer:Sozialdemokrat wird Stimme der Wirtschaft

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Florian Schardt will der Position der Unternehmer bei großen Landkreisthemen Gehör verschaffen. (Foto: Sebastian Gabriel)

Der IHK-Regionalausschuss wählt den Ottobrunner Start-up-Gründer Florian Schardt zum Vorsitzenden – der ist auch SPD-Fraktionschef im Kreistag.

Der SPD-Kreispolitiker und Unternehmer Florian Schardt ist neuer Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses München-Land. Die Ausschussmitglieder haben den Start-up-Gründer aus Ottobrunn am Mittwoch in einer Sondersitzung zum Nachfolger von Christoph Leicher gewählt, der sein Amt Ende April nach acht Jahren niedergelegt hatte. Schardt ist Fraktionschef der SPD im Kreistag, war Unterbezirksvorsitzender und Direktkandidat seiner Partei für den Landtag im Stimmkreis München-Land Nord. Seit 2021 ist er einer von zwölf Vizepräsidenten der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern.

„Ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit im Regionalausschuss und den Austausch mit der Politik im Landkreis“, erklärt der neue Vorsitzende. „Gerne will ich an die Arbeit meines Vorgängers Christoph Leicher anknüpfen, der den Regionalausschuss gegenüber Politik und Öffentlichkeit sichtbar gemacht und Projekte erfolgreich angestoßen hat. Gemeinsam mit den Unternehmerinnen und Unternehmern im Landkreis möchte ich unsere bisherigen Leistungen weiterentwickeln, um der heimischen Wirtschaft eine gewichtige Stimme zu geben.“

Der 42-jährige Sozialdemokrat ist sich seiner Rolle als Exot im Unternehmerlager bewusst. „So oft gibt es das nicht“, sagt er, „aber ich finde das nicht schlecht.“ Er sei über sein 2009 gegründetes Start-up Azubiyo, eine Plattform für Firmen auf Suche nach Auszubildenden, zum Unternehmer geworden. In der Vergangenheit habe die SPD auch bedeutende Unternehmer in ihren Reihen gehabt. Er wolle vor allem bei wichtigen Zukunfts- und Infrastrukturprojekten die Interessen der Firmen einbringen.

Stellvertretende Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses bleiben René Faßbender und Alexander Kramer. Der Ausschuss wird alle fünf Jahre neu gewählt. Leicher zog sich vorzeitig zurück, um sich stärker dem digitalen Umbau seines Unternehmens zu widmen, wie er erklärt. Der 70-Jährige ist Chef der Kirchheimer Leicher Engineering GmbH und bleibt weiterhin Präsident des Landesverbands für Groß- und Einzelhandel in Bayern und Mitglied des Bundesvorstands.

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