bedeckt München

Homeschooling:Lernen von Neubiberg

Neubiberg, Grundschule,  neuer Schulgong in Form einer Melodie,

Susanne Sieben-Pröschel, die Rektorin der Grundschule in Neubiberg - hier auf einem Archivbild vor Ausbruch der Corona-Pandemie mit einer Klasse - weiß auch, wie Distanzlernen mit digitalen Hilfsmitteln funktioniert.

(Foto: Angelika Bardehle)

Die Grundschule ist mit ihrer Rektorin Vorbild für digitalen Unterricht

Von Daniela Bode, Neubiberg

Englischunterricht im Distanzmodus. Die Lehrerin steht an der elektronischen Tafel, erläutert neue Vokabeln, die Kinder hören ihre Stimme. Die aufgezeichnete Unterrichtsstunde rufen die Schüler über die Plattform Microsoft Teams auf und erleben einen relativ normalen Unterricht, obwohl sie zuhause vor dem Laptop sitzen. So funktioniert Schule in diesen Wochen des Lockdowns an der Grundschule Neubiberg, weil Rektorin Susanne Sieben-Pröschel sich schon lange vor der Pandemie mit digitalen Tools für den Unterricht befasst hat. Wie all das funktioniert und wie "leicht man flächendeckend" einen guten digitalen Unterricht hinbekommen könnte, erläutert die Rektorin an diesem Mittwoch von 17.30 Uhr an in der Abendschau im Bayerischen Fernsehen.

Seit etwa einem Jahr nutzt die Rektorin an der Schule die Plattform Edupage, über die sie unter anderem mit Eltern und Lehrern kommunizieren kann. "Als wir gesehen haben, dass man darüber keine großen Dateien verschicken kann, haben wir uns MS Teams gewünscht", sagt sie. Auch mit dieser Plattform arbeitet die Schule nun seit Beginn des Schuljahrs. Noch dazu nutzt die Lehrerin bereits seit vielen Jahren elektronische Tafeln, über die man dank der Software Active inspire Bildschirmaufzeichnungen vom Unterricht machen kann, die man dann in eine mp4-Datei umwandelt.

"Ich stelle sie auf MS Teams ein und die Schüler können sie zuhause ansehen", sagt Sieben-Pröschel. Das Tolle sei, wenn man etwas nicht verstanden habe, könne man es sich einfach noch einmal ansehen. Laut der Lehrerin war die Idee des Tools ursprünglich, dass Kinder, die krank sind, daheim oder im Krankenhaus am Unterricht teilnehmen können. Fragen können die Kinder über die Chatfunktion auf MS Teams stellen, auch Video-Unterrichtsstunden finden statt, "damit die Kinder einmal wieder mein Gesicht sehen", sagt die Rektorin.

Die Technik allein macht es freilich nicht. Sieben-Pröschel, die schon seit 2003 intensiv mit elektronischen Tafeln und der Software Active inspire arbeitet, führte von September an "Digidos" ein, wie sie sagt: digitale Donnerstage, an denen sie die Lehrer im Unterrichten an den elektronischen Tafeln und Aufzeichnen des Unterrichts schulte. Der Systembetreuer an der Schule habe dem Kollegium MS Teams nähergebracht.

Wenn Dinge nicht funktionierten - gerade erst am Dienstag habe sie mit einer Mutter telefoniert - seien das Kleinigkeiten, sagt die Rektorin. Sieben-Pröschels Bilanz über das Homeschooling ist bis jetzt recht positiv: "Wir haben den zweiten Tag Distanzunterricht und ich würde sagen: Es läuft ganz gut."

"Distanzunterricht - wie er gelingen kann", Abendschau im BR-Fernsehen, Mittwoch, 13. Januar, 17.30 Uhr.

© SZ vom 13.01.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema