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Hohenbrunn:Kritik an "Angstmache"

Spaziergang als Protest gegen Corona-Regeln der Regierung

Zu einem zweiten Spaziergang für Menschenrechte lädt eine Gruppe ein, die sich "Bürgerinnen und Bürger aus Hohenbrunn und Umgebung" nennt. Die Teilnehmer treffen sich am Sonntag um 18 Uhr am Parkplatz beim TSV Hohenbrunn, Putzbrunner Straße 20. Genau eine Stunde lang möchten sie auf ihre Anliegen aufmerksam machen, indem sie durch den Ort laufen. Beim ersten Spaziergang am Pfingstsonntag waren laut Veranstaltern 14 Personen unterwegs. Dieses Mal rechnen die Veranstalter mit 20 bis 30 Teilnehmern. Auflösen wird sich die Gruppe um 19 Uhr am Pfarrer-Wenk-Platz.

"Wir durchleben derzeit schwierige Zeiten", heißt es auf dem Einladungsflyer. "Unsere Grundrechte wurden eingeschränkt. Die Arbeitslosigkeit steigt täglich. Kinder dürfen nicht oder nur sehr eingeschränkt zur Schule." Die Maßnahmen aus Anlass der Corona-Krise seien "nicht der Situation angepasst und gerade jetzt überzogen", so Mitveranstalter Otto Krois. "Katastrophenszenarien sind in Deutschland nicht eingetreten. Das aktuelle Infektionsgeschehen ist kein Anlass für weitere Einschränkungen."

"Wir sind ins Gespräch gekommen und haben festgestellt, dass wir ähnliche Anschauungen zur gegenwärtigen Situation haben", berichtet Initiatorin Katharina Steinmann. "Wir fanden dann, dass es schön wäre, regelmäßig mit Spaziergängen auf unsere Anliegen aufmerksam zu machen, bis diese Krise endlich vorbei ist." Die Maskenpflicht würden die Veranstalter gerne durch ein freiwilliges Gebot ablösen. "Man muss uns Menschen die Freiheit lassen. Dahingehende Appelle aus Medizin und Politik werden immer zahlreicher." Es könne nicht sein, dass Millionen von Menschen in ihren Rechten eingeschränkt würden.

Auch Krois sagt: "Am Anfang waren wir der Regierung dankbar, inzwischen aber halten wir die Maßnahmen eher für Angstmache." Sorgen mache ihm die Aussage von Ministerpräsident Markus Söder, dass die Maskenpflicht so lange gelte, bis es einen Impfstoff gebe. "Was ist dann mit den Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen?", fragt Krois. Schlimm findet er die Auswirkungen auf Kinder. Jüngst beobachtete seine Schwester einen kleinen Unfall. Als der Verursacher dem Gestürzten aufhelfen wollte, habe dessen Tochter gerufen: "Nicht anfassen!"

Bei dem Spaziergang wird Gemeinderätin Pauline Miller (Bürgerforum) sprechen.

© SZ vom 06.06.2020

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