bedeckt München 17°

Hohenbrunn:Hohenbrunn reiht sich ein

Stau an der A99 Richtung Salzburg/Autobahndreieck München Süd an der Autobahnbrücke zwischen Putzbrunn und Hohenbrunn.

Damit bei Staus auf der A 99 der Schleichverkehr nicht durch die Orte fließt, wird eine Parallelstraße geplant.

(Foto: Florian Peljak)

Sechs Gemeinden und der Kreis finanzieren Machbarkeitsstudie zur A-99-Parallele

Von Stefan Galler, Hohenbrunn

Da waren es dann sechs: Neben Kirchheim, Putzbrunn, Feldkirchen, Haar und Grasbrunn wird sich auch die Gemeinde Hohenbrunn an einer Machbarkeitsstudie des Landkreises beteiligen, die den möglichen Bau einer Parallelstraße zur A 99 im Münchner Osten untersuchen soll. Der Hohenbrunner Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung nach lebhafter Debatte mit zwölf zu acht Stimmen entschieden, sich der Initiative anzuschließen. Der Landkreis übernimmt die Kosten der Studie zur Hälfte. Die andere Hälfte, etwa 200 000 Euro, wird unter den direkt im Umgriff liegenden Gemeinden aufgeteilt. Für Hohenbrunn wird mit einer Kostenbeteiligung von knapp 25 000 Euro gerechnet.

Wer in den Gemeinden zwischen den Autobahnanschlussstellen Aschheim und Hohenbrunn im östlichen Landkreis in der Nähe der B 471 wohnt, hat die Verkehrsbelastung durch die Bundesstraße in den vergangenen Jahrzehnten leidvoll erfahren. "Auch bei uns fordern viele Bürger, dass die B 471 aus dem Ort raus muss", sagte Hohenbrunns Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) in der Sitzung.

Ein Weg zur Entlastung wäre eine Autobahnparallele, doch eine solche sehen nicht alle Hohenbrunner Gemeinderäte als passende Alternative: "Ich lehne eine solche Parallele strikt ab", sagte etwa Josef Maier (CSU). "Die A 99 ist doch unsere Umgehung. Eine weitere Straße würde wieder einmal die Ortsteile Hohenbrunn und Riemerling zerschneiden." Ähnlich äußerte sich Georg Bauer von den Grünen: "Die A 99 wird achtspurig ausgebaut, diese zwei zusätzlichen Fahrstreifen können doch viel Verkehr aufnehmen, da ist es nicht einzusehen, noch eine Straße zu bauen." Der Plan der Befürworter sieht so aus: Die zu bauende Straße würde parallel zur A 99 verlaufen, wäre dann sozusagen die neue B 471, während die bestehende Bundesstraße zu einer Kreisstraße zurückgestuft werden könnte. Dass es dazu eine Machbarkeitsstudie geben soll, hat der Kreisbauausschuss bereits im November 2017 beschlossen. Allerdings gab es von Anfang an Diskussionen darüber, welche Kommunen sich überhaupt an der Studie beteiligen sollen oder wollen. So hatte Aschheim die B 471 bereits vor Jahren in Form einer Umgehungsstraße aus dem Ort verlegt. Auch die Gemeinden Ottobrunn, Ismaning und Unterföhring wurden aus der Kalkulation für die Machbarkeitsstudie entfernt, da sie nicht im direkten Umgriff liegen. So erfolgt die Kostenaufteilung nur zwischen Kirchheim, Feldkirchen, Haar, Grasbrunn, Putzbrunn und Hohenbrunn.

Dort gibt es jedoch auch nicht viele Befürworter einer Autobahnparallele. Karlheinz Vogelsang (ÜWG-Freie Wähler) gehört dazu: "Wir wollen doch unseren Ortskern entlasten. Ein wesentlicher Baustein dazu wäre eine zusätzliche Straße." Auch Regina Wenzel (SPD) und Bürgermeister Straßmair setzten sich dafür ein, sich an der Studie zu beteiligen. "Wenn wir nicht mitmachen, sind wir auch aus den Planungen raus, aber wir wollen doch weiter mitreden", sagte Wenzel.

© SZ vom 12.03.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema