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Weiterführende Schulen:Hohenbrunn darf auf die Realschule hoffen

Die Montessorischule in Riemerling könnte im Zuge des Realschulbaus eine neue Heimat finden.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Landrat Christoph Göbel verspricht bei der Bürgerversammlung, dass die Standortfrage im Zweckverband neu diskutiert wird.

Von Stefan Galler, Hohenbrunn

Die Kälte drang geradezu gewaltsam ein durch die offenen Fenster und Türen. Und so wurde die Bürgerversammlung am Dienstagabend in der Turnhalle der Grundschule Hohenbrunn alles andere als eine heimelige Veranstaltung. Die 50 mit Mund-Nasen-Schutz ausgestatteten Zuhörer, durch große Abstände in Halle und Foyer voneinander getrennt, waren vielmehr gleichermaßen froh wie durchgefroren, als Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) die Zusammenkunft nach gut 80 Minuten beendete. Die wichtigsten Themen konnte man auch in der Kürze der Zeit abhandeln. Landrat Christoph Göbel (CSU) machte den Hohenbrunnern dabei Hoffnung, dass sie den Zuschlag für die zu bauende Realschule im südöstlichen Landkreis bekommen.

Göbel bestätigte, dass es nach dem endgültigen Votum des Gemeinderats von Höhenkirchen-Siegertsbrunn für den dortigen Standort am Ortsausgang in Zweckverband und den Landkreisgremien "ernsthafte Diskussionen" darüber geben werde, ob nicht womöglich Hohenbrunn die bessere Wahl für eine Realschule sei. Auf alle Fälle würde sich eine Schule im neu zu entwickelnden Wohngebiet westlich der Bahn wegen des S-Bahnanschlusses "ausgesprochen hoher Schülerzahlen erfreuen", so Göbel. Der Bürgermeister nahm den Ball auf, gab sich aber betont zurückhaltend: "Wir wollen Höhenkirchen nichts wegnehmen, aber wenn unserer der beste Standort ist, dann sind wir bereit", sagte Straßmair.

In einem etwa 45-minütigen Vortrag griff der Bürgermeister dann alle möglichen, die Gemeinde betreffenden Themen auf, sprach etwa über die ausreichenden Kapazitäten für Kinderbetreuung, aber auch über die wichtigsten Bauprojekte wie den Sportcampus mit dem neuen Hallenbad, das spätestens zum Schuljahresbeginn 2022/23 eröffnet werden soll oder die 80 Wohneinheiten an der Putzbrunner Straße in Form von Geschosswohnungsbau und Doppelhäusern, für die der erste Spatenstich laut Straßmair schon bald erfolgen dürfte.

Was die Gemeindefinanzen angeht, so habe man in den vergangenen Jahren immer Rücklagen aufgebaut. "Das Geld wird jetzt ausgegeben", sagte der Bürgermeister mit Verweis auf die großen Investitionen, allen voran die gut 23 Millionen Euro für den Sportcampus, von denen alleine 4,5 Millionen auf das aktuelle Haushaltsjahr 2020 entfallen. "Für 2021 rechnen wir mit einem Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen und hoffen, dass die Kreisumlage nicht steigt", sagte Straßmair. Auf eine Reaktion des Landrats darauf warteten er und die Anwesenden jedoch vergeblich.

Die gefährliche Situation an der S-Bahnlinie treibt nach einem tödlichen Unfall viele Hohenbrunner um.

(Foto: Claus Schunk)

Bei den Anfragen der Bürger ging es dann vor allem um den tödlichen Unfall eines 15-Jährigen an der S-Bahnstrecke zwischen Ottobrunn und Hohenbrunn im September. Zuletzt hatte die Wählergemeinschaft ÜWG-Freie Wähler/Bürgerforum angekündigt, dass man im Gemeinderat eine Debatte über eine Untertunnelung der Gleise anregen wolle. Straßmair erklärte sich während der Bürgerversammlung dazu bereit, sich gegebenenfalls für eine Machbarkeitsstudie auszusprechen. "Ich glaube aber, dass eine Unterführung in diesem speziellen Fall den jungen Mann nicht gerettet hätte", sagte der Bürgermeister.

Die Hohenbrunnerin Sabine Krause trat dann noch mit einem anderen Plan für diesen gefährlichen Streckenabschnitt der S-Bahnlinie ans Mikrofon: Sie regte an, statt eine Unterführung zu bauen, die Gleise von beiden Seiten einzuzäunen. Das sei auch die billigere Lösung. Straßmair entgegnete, dass man sich im Falle eines Zuschlags für die Realschule sowieso die gesamte Erschließung auch rund um die Gleise ansehen müsse.

Apropos Realschule: Am Ende der Versammlung warf Straßmair dann noch einmal die Werbetrommel an. Man könne ein Grundstück einbringen, das 60 000 Quadratmeter groß sei; dort wäre dann auch Platz für eine weitere Lehranstalt, etwa die Montessorischule, deren Mietvertrag demnächst auslaufe. "Sozusagen eine öffentlich-private Partnerschaft." Der Landrat hat es vernommen.

© SZ vom 15.10.2020/wkr

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