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Hohenbrunn:Erster Stock und Tiefgarage

Freie Wähler und Bürgerforum regen Kompromiss zu Supermarkt an

Mehr als 1100 Hohenbrunner haben vor Kurzem mit ihrer Unterschrift gezeigt, dass sie mit den Plänen für den Supermarkt an der Putzbrunner Straße nicht einverstanden sind. Statt eines großen Parkplatzes wollen sie eine Tiefgarage. Ein Umdenken fordern nun auch Freie Wähler und Bürgerforum. Sie möchten, dass der Supermarkt kleiner wird, eine Tiefgarage und ein erstes Stockwerk bekommt. Dieses war bereits in den Plänen enthalten gewesen - doch vor einem Jahr lehnte es der Bauausschuss, auch mit Stimmen des Bürgerforums und der Freien Wähler, ab. Das Argument: Das Gebäude sei dann zu hoch und zu massiv.

Geht es nach den beiden Gruppierungen wäre das Haus nun wieder elf Meter hoch - fast genauso wie in früheren Plänen. Einen Fehler kann Pauline Miller vom Bürgerforum jedoch nicht erkennen. Sie habe damals schließlich nicht nur die Höhe gestört, sondern das gesamte Ausmaß des Gebäudes. Nach derzeitigem Stand soll der Supermarkt 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche haben. Bürgerforum und Freie Wähler halten das für zu viel. Sie möchten bloß 900 Quadratmeter - so wie es auch Gutachter 2012 empfahlen. Weil sich die Einwohnerzahl seither nicht wesentlich verändert habe, behalte das Gutachten seine Gültigkeit, sagt Miller.

In einem Obergeschoss möchten sie und Karlheinz Vogelsang (Freie Wähler) möglichst günstige Wohnungen anbieten. Außerdem könnte ihren Vorstellungen nach eine Eisdiele oder ein Café in dem Gebäude entstehen. Für denkbar hält Vogelsang auch den Bau einer Seniorenwohnanlage. Das Bürgerforum beantragt außerdem gemeinsam mit dem parteilosen Alfred Rietzler einen runden Tisch, an dem sich Investoren, Vertreter der Gemeinde und die Initiatoren des Bürgerbegehrens mit einem Mediator austauschen. Sollte es zu einer Einigung kommen, könnte aus ihrer Sicht das Bürgerbegehren zurückgezogen werden.

Hohenbrunns Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) hat allerdings bereits klargemacht, dass er die Hohenbrunner entscheiden lassen wolle und dem Gemeinderat empfehle, einen Bürgerentscheid anzusetzen. Ein Fehler, wie Pauline Miller findet. Die Wahrscheinlichkeit, dass das gesamte Projekt scheitern könnte, sei aus ihrer Sicht größer, wenn ein Bürgerentscheid abgehalten wird und sich die Fronten weiter verhärten. Sie fordert, im Gespräch zu bleiben.