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Höhenkirchen-Siegertsbrunn:Zweigleisig gegen Kiesabbau

Die Gemeinde rüstet sich für den Fall einer Genehmigung

Wer dieser Tage am Muna-Gelände spazieren geht, dem könnte sich dort ein ungewohntes Bild zeigen - rot-weiße Bänder, die im Wind flattern. Sie sollen Vögel vergrämen und vom Nestbau abhalten, und zwar auf jenem Grundstück gegenüber dem Gewerbegebiet am Wächterhof, wo ein Unternehmer aus Hohenbrunn Kies abbauen möchte. Sein Antrag hat in Höhenkirchen-Siegertsbrunn für viel Unruhe gesorgt; sowohl der Gemeinderat als auch weite Teile der Bevölkerung lehnen die Pläne ab. Dass das Landratsamt jetzt auf dem betreffenden Areal die Flatterbänder genehmigt habe, heiße nicht, dass der Kiesabbau schon erlaubt wurde, stellt die Gemeinde klar. Vielmehr liege der Antrag weiterhin im Landratsamt, betont Rathaussprecherin Gabriele Wehner. Und da dessen Beurteilung entscheidend für das Vorgehen der Gemeinde sei, werde das Thema auch nicht auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung an diesem Donnerstag stehen.

Ursprünglich war man im Rathaus davon ausgegangen, dass die Prüfung des Landratsamts rascher abgeschlossen ist. Unterdessen fährt die Gemeinde laut Wehner eine zweigleisige Strategie. Zum einen befinde sich das Rathaus in Gesprächen mit dem Antragsteller über einen städtebaulichen Vertrag, in dem die Konditionen des Kiesabbaus geregelt werden könnten - etwa zur Errichtung eines Quetschwerks oder zu Lkw-Fahrten. Zum anderen hat die Gemeinde ein Büro für Landschaftsplanung mit Voruntersuchungen für einen Teilflächennutzungsplan beauftragt. Darin könnte sie Flächen im Ort ausweisen, auf denen der Kiesabbau zulässig ist - während das übrige Gemeindegebiet tabu bliebe.

© SZ vom 24.02.2021 / stä
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