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Höhenkirchen-Siegertsbrunn:Unter neuer Flagge

Andrea Hanisch möchte etwas für das "Wir-Gefühl" in der sich rasch wandelnden Kommune tun.

(Foto: Claus Schunk)

Unabhängige nominieren frühere CSU-Frau Andrea Hanisch einstimmig

Die langjährige führende CSU-Politikerin Andrea Hanisch hat am Freitagabend im Gasthaus Feuer & Stein als unabhängige Kandidatin ihren Wahlkampf um das Bürgermeisteramt in Höhenkirchen-Siegertsbrunn eröffnet. Vor etwa 60 Zuhörern präsentierte Hanisch ihr Programm und betonte, dass sie einen neuen Stil im Rathaus anstrebe. Sie wolle mit mehr Bürgerbeteiligung und Zusammenarbeit über Fraktionsgrenzen hinweg die Gemeinde voranbringen. Die Mitglieder der Unabhängigen Bürger Höhenkirchen-Siegertsbrunn (UB) nominierten die 60-Jährige, die noch Anfang des Jahres als designierte Kandidatin der CSU in den Startlöchern gestanden war, einstimmig als Bürgermeisterkandidatin.

Mit der CSU hat Hanisch nach einem Konflikt mit Bürgermeisterin Ursula Mayer wegen des Realschulstandorts und wegen Meinungsverschiedenheiten über die künftige politische Arbeit im Rathaus gebrochen. Sie zog sich aus dem Gemeinderat zurück und verließ die Partei, die 30 Jahre lang ihre politische Heimat gewesen war und für die sie 25 Jahre im Gemeinderat saß. Ein Bild von großer Eintracht vermitteln nun Hanisch und die Vertreter der UB. "Da scheinen sich zwei gefunden zu haben, die gemeinsam gute Ideen entwickeln", verkündet etwa UB-Vorsitzende Sabine Theiner. UB-Gemeinderat und dritter Landrat Otto Bußjäger bezeichnete Hanisch jüngst als Glücksfall für die Gemeinde. Und UB-Fraktionschef Manfred Eberhard attestierte ihr ein hohes Maß Glaubwürdigkeit. Sie wolle eine andere Art von Politik in der Gemeinde, das habe sie oft schon bewiesen.

Hanisch, die für die UB antritt, ohne dort Mitglied zu sein, legte am Freitag dar, wie sie Politik machen möchte. Sie sagte, eine Gemeinde könne es sich nicht leisten, auf die Kenntnisse der Bürger zu verzichten. Sie strebe deshalb runde Tische an, an denen Vertreter der Gemeindeverwaltung, des Gemeinderats sowie der Arbeitskreise der Zukunftswerkstatt sitzen, um zu verschiedenen Themen Schnittmengen zu erarbeiten. Das mit den Bürgern ausgearbeitete Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) werde für sie der rote Faden der Ortspolitik sein. Hanisch betonte, außer einer intensiven Bürgerbeteiligung die Themen Verkehr und Wirtschaftsentwicklung in den Vordergrund rücken zu wollen. Die Gemeinde brauche stabile Finanzen, um ihre Aufgaben zu meistern.

Besonders wichtig ist Hanisch aber, das "Wir-Gefühl" in der sich in einem rasanten Wandel befindenden Kommune zu stärken. Höhenkirchen-Siegertsbrunn brauche einen Bürgermeister, der Projekten Leben einhauche. Er müsse Ideengeber und vor allem Brückenbauer sein. "Gemeinsam über Brücken gehen." Das sei ihr wichtigstes Ziel.

© SZ vom 11.11.2019
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