Der Ersatzneubau für das Taufkirchner Seniorenheim soll nun doch auf dem gemeindeeigenen Areal neben dem Wolfschneiderhof entstehen. Nach jahrelangen Debatten und zeitraubenden Verhandlungen mit den umliegenden Grundstücksbesitzern hat der Gemeinderat einen städtebaulichen Entwurf für das Gebiet östlich der Münchner Straße, südlich der Straße Am Heimgarten und nördlich des Winninger Wegs abgesegnet. Mit diesem Plan will das Rathaus ins Bauleitverfahren gehen, in dem Behörden und Öffentlichkeit ihre Stellungnahmen zu dem Vorhaben einreichen können. Zudem soll es eine umfassende Bürgerbeteiligung geben, worauf vor allem die Grünen-Fraktion stets gedrängt hat.
"Hurra, es hat ein Ende", entfuhr es Rosemarie Weber (SPD), nachdem sie und die anderen Gemeinderatsmitglieder den städtebaulichen Entwurf einstimmig befürwortet hatten. Zuletzt waren die Verhandlungen mit den Grundstückbesitzern noch ins Stocken geraten. Und da die Gemeinde für die Erschließung des Quartiers auf ihre Kooperation angewiesen ist, stand sogar der 2019 beschlossene Standort am Wolfschneiderhof auf der Kippe. Nun jedoch scheint sich eine Lösung abzuzeichnen. "Wir haben die Verträge noch nicht abgeschlossen, aber es sieht gut aus", sagte Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei). Hilfreich bei den Verhandlungen waren offenbar die jüngsten Zugeständnisse des Gemeinderats. Er hatte im März einer modifizierten Planung zugestimmt, die entgegen früherer Entwürfe zehn zusätzliche Häuser im Osten des Areals vorsieht. Diese sollen auf Höhe der Finkenstraße den Abschluss der Bebauung darstellen. Im Weiteren sehen die Pläne drei Häuser für betreutes Wohnen sowie eine Handvoll andere Gebäude vor allem für den Wohnungsbau vor.
Dazu kommt dann noch das Seniorenheim, das laut den Plänen im Südwesten des Gebiets situiert ist - direkt am Winninger Weg, jedoch etwas abgerückt vom Hachinger Bach, wo ein breiter Streifen unbebaut bleiben soll. Wer die Einrichtung für alte Menschen dereinst errichten und betreiben wird, ist laut dem Bürgermeister noch nicht fix. Jedoch habe die Specht-Gruppe, die seinerzeit ein Konzept für das Seniorenheim erstellt hat, weiterhin "ein starkes Interesse" als Investor aufzutreten, berichtete Sander. Derweil hoffe man im Rathaus, dass der jetzige Betreiber der Seniorenwohnanlage am Hachinger Bach, die Nürnberger Arche Noris GmbH, auch das neue Haus übernehmen werde, "damit die Bewohner dort nahtlos übersiedeln können".
Zunächst aber steht erst mal das Bauleitverfahren und damit die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gebiet an. Zugleich werde das Rathaus die Nachbarschaft schriftlich über die Pläne informieren. Und auch eine Präsenzveranstaltung, vermutlich in Form einer Anwohnerversammlung, sei vorgesehen, kündigte Bauamtsleiter Stefan Beer an. Ein Termin für den Baubeginn ist daher noch ungewiss.