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Höhenkirchen-Siegertsbrunn:Schilfmatten verboten

Die Gemeinde will bei Zäunen künftig genauer hinschauen

Schön ist etwas anderes. Deswegen hat sich der frühere CSU-Gemeinderat Hans Loidl bereits vor Monaten mit seiner Grünen-Kollegin Gudrun Hackl-Stoll zu einem Spaziergang durch den Ort aufgemacht, um die besonders hässlichen Einfriedungen an manchen Häusern zu begutachten und die Unsitte anzuprangern, sich mit seinem Häuschen und Garten von der Außenwelt abzuschotten. Ein besonders krasser Fall ist die Mauer an der Bahnhofstraße 4, gegen die aber wegen fehlender Vorgaben im Bebauungsplan wohl nichts auszurichten ist. Wo möglich, so hat es sich das Rathaus mittlerweile vorgenommen, soll strenger auf die Einhaltung der Bebauungspläne geachtet werden, um Mauern, Gabionen und hohe Schilfmatten zu verhindern.

Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) und einige Gemeinderäte reagierten jüngst im Bauausschuss erfreut, als sie sahen, dass überhaupt jemand einen Bauantrag stellte, weil er an der Angerstraße 1 zur Bahnhofstraße hin eine Einfriedung plant, die nicht im Sinne der Gemeinde ist. Es ging um einen 1,84 Meter hohen Bambus-Schutzzaun, um sich vor "Immissionen" abzuschotten und die Privatsphäre zu wahren, wie es hieß. Der Zaun ist als Übergangslösung bis 2022 gedacht, dann sollten die dahinter angepflanzten Büsche hoch genug sein, um Schutz zu bieten.

Allerdings ist in dem betroffenen Gebiet laut Baulinienplan nur ein 1,10 Meter hoher Zaun an der Straße erlaubt. Das Rathaus lehnte es folglich ab, der Bambus-Kostruktion zuzustimmen, was aber den Bauherrn gar nicht mehr so tangierte, weil der in einem Telefonat vor der Sitzung schon zugesagt hatte, den bereits stehenden Zaun zügig wieder abzubauen. Für Oktober seien die Büsche bestellt, die gepflanzt würden.

Bürgermeisterin Konwitschny räumte in dem Zusammenhang ein, dass das Rathaus mit seinen Versuchen, die wildesten Auswüchse bei den Einfriedungen zu korrigieren, noch nicht am Ziel sei. Aber man bleibe dran, sagte sie.

© SZ vom 21.09.2020 / belo

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