Höhenkirchen-Siegertsbrunn:Pfiffikus zum Zweiten

Höhenkirchen-Siegertsbrunn: Entspricht nicht mehr den heutigen Standards: das in die Jahre gekommene Kinderhaus "Pfiffikus".

Entspricht nicht mehr den heutigen Standards: das in die Jahre gekommene Kinderhaus "Pfiffikus".

(Foto: Claus Schunk)

Neuer Anlauf für Bau eines Kinderhauses an der Englwartinger Straße

Von Patrick Stäbler, Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn unternimmt einen neuen Anlauf, um das sanierungsbedürftige Kinderhaus Pfiffikus in der Englwartinger Straße durch einen Neubau zu ersetzen. Derlei Überlegungen gibt es zwar bereits seit einigen Jahren. Jedoch konnten sich die Gemeinde, die Kirche, der das Grundstück und das Gebäude gehören, sowie der Träger, die Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Landkreis München, bislang nicht auf ein Konzept einigen. Derweil werden die Probleme in dem Kinderhaus, das drei Kindergartengruppen und 42 Hortplätze umfasst, nicht kleiner. "Das Gebäude ist schon sehr alt", sagte Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) im Bauausschuss. "Und wir schaffen es nicht mehr, es so herzurichten, dass es den heutigen Standards gerecht wird."

Um einen Neubau zu ermöglichen, will die Gemeinde nun einen Bebauungsplan für das Areal aufstellen. In der Folge könnte der Grundstückseigner einen Entwurf für ein Kinderhaus erarbeiten lassen. Dieses solle Platz für je zwei Krippen-, Kindergarten- und Hortgruppen bieten. Darüberhinaus seien in dem Gebäude Wohnungen angedacht, unter anderem für das Personal. Zur Erstellung eines ersten Bebauungsplanentwurfs bat Mindy Konwitschny nun die Mitglieder des Bauausschusses um Anregungen und legte ihnen "als Diskussionsvorlage" eine frühere Planung aus dem Jahr 2018 vor.

Dieser Entwurf stieß bei den Gemeinderäten aber auf wenig Beifall - vor allem wegen der Größe des Gebäudes, das neben dem Kinderhaus auch 16 Wohnungen beheimatet hätte. "Das ist zu dicht, zu hoch und hat zu wenig Freiflächen für die Kinder", kritisierte Andrea Hanisch von den Unabhängigen Bürgern (UB). Ähnlich äußerte sich Peter Guggenberger (CSU), und Otto Bußjäger (UB) warf gar die "provokante Frage" auf: "Macht eine Kindertagesstätte an dieser Stelle langfristig Sinn?" Dies bejahte die Bürgermeisterin nachdrücklich. Sie versicherte: "Von der Verteilung unserer Kitas her ist die Lage dort sehr geeignet. Und wir werden so schnell auch keinen so guten Partner finden wie die Kirche." Gleichwohl stelle sich die Frage, "ob es dort wirklich 16 Wohnungen braucht", sagte Konwitschny. Sie könne sich auch "ein gutes Kinderhaus mit sechs bis zehn Wohnungen" vorstellen. Den Einwand von Andrea Hanisch, dass die AWO immer wieder mit Personalmangel zu kämpfen habe, wies sie zurück. Dieses Problem zeige sich insbesondere im Kinderhaus Pfiffikus, was sicher auch auf dessen Zustand zurückzuführen sei. "Deshalb liegt es an uns, jetzt Gas zu geben." Mit Blick auf den Bebauungsplan sprach sich Luitgart Dittmann-Chylla (Grüne) für ausreichend oberirdische Stellplätze aus. "Weil wir glauben, dass viele Eltern ihre Kinder nicht mit dem Rad bringen, sondern mit dem Auto, auf dem Weg zum Büro." Derweil regte Rupert Franke (SPD) eine "Kiss-and-go-Zone" an. Zugleich brauche es aber auch überdachte Stellplätze für Fahrräder, wobei man die bei Eltern beliebten Anhänger bedenken solle, so Franke.

Auf Basis all dieser Anregungen will die Gemeinde nun einen Bebauungsplanentwurf erstellen. Wobei Planer Oliver Prells vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München betonte: "Wir können mit dem Bebauungsplan bloß den Rahmen vorgeben, der in verschiedener Form ausgefüllt werden kann. Da hängt dann viel davon ab, was der Architekt daraus macht."

© SZ vom 13.02.2021
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