Höhenkirchen-Siegertsbrunn:Märchentouren durch das Muna-Gelände

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Höhenkirchen-Siegertsbrunn: Die Bunkeranlagen sind inzwischen überwuchert und umwachsen von Bäumen, Büschen und anderen Pflanzen.

Die Bunkeranlagen sind inzwischen überwuchert und umwachsen von Bäumen, Büschen und anderen Pflanzen.

(Foto: Claus Schunk)

Wo einst Zwangsarbeiter ausgebeutet wurden, sollen nun Veranstaltungen stattfinden.

Von Patrik Stäbler, Höhenkirchen-Siegertsbrunn/Hohenbrunn

15 Jahre nach dem Ankauf des Muna-Geländes durch die Gemeinden Hohenbrunn und Höhenkirchen-Siegertsbrunn könnte die einst militärisch genutzte Fläche bald als Erholungsgebiet dienen. "Ab 2024 könnten wir das Areal unter großen Auflagen öffnen", sagte Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) bei der Bürgerversammlung für Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Schon nächstes Jahr wolle man zusammen mit der Nachbargemeinde Hohenbrunn monatliche Veranstaltungen auf dem Muna-Gelände anbieten. Geplant seien etwa Märchentouren und Kräuterwanderungen. Eine erste Veranstaltung findet bereits am Samstag, 3. Dezember, statt. Dann lädt die Kräuterpädagogin Barbara Pfäffle-Eitel von 13.30 bis 15.30 Uhr zu einem Waldspaziergang ein - unter dem Motto "Bäume in ihrer Vielfalt entdecken". Die Teilnahme kostet zehn Euro pro Person; um eine Anmeldung auf der Webseite der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn wird gebeten.

Das Gelände der Heeresmunitionsanstalt Hohenbrunn, kurz Muna, umfasst 180 Hektar Fläche auf dem Gebiet zweier Gemeinden. Von 1938 an bauten die Nazis dort eine Munitionsfabrik, zahllose Bunker und weitere Gebäude. Zeitweise waren auf der Anlage 4000 Menschen beschäftigt, größtenteils Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Nach dem Krieg nutzten erst die US-Armee und später die Bundeswehr das Gelände, ehe es 2007 die Gemeinden Hohenbrunn und Höhenkirchen-Siegertsbrunn erwarben. Heute ist nur ein Teil des Areals ein Gewerbegebiet, auf den übrigen Flächen gilt ein Betretungsverbot, vor allem aufgrund der Gefahr durch die alten Gebäude und Bunker.

Derweil erobert die Natur das abgesperrte Gelände sukzessive zurück. So heißt es in einem Bericht des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: "Die Bunkeranlagen sind überwuchert und umwachsen von Bäumen, Büschen und anderen Pflanzen. Das Gras ist hoch, in den alten Gleisbetten haben sich Trockenbiotope gebildet und der Waldbestand konnte sich ohne waldwirtschaftliche Nutzung entwickeln. In gewisser Weise fühlt sich hier alles wie im Dornröschenschlaf an."

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