Hitzewelle im Münchner UmlandWo der Sommer zur Herausforderung wird

Lesezeit: 8 Min.

Schütze sich, wer kann. In den nächsten Tagen knallt die Sonne auch weiterhin unterbittlich vom Himmel.
Schütze sich, wer kann. In den nächsten Tagen knallt die Sonne auch weiterhin unterbittlich vom Himmel.
Michael Nguyen/IMAGO
  • Von Donnerstag an klettert das Thermometer im Münchner Umland nochmal ordentlich nach oben, was besondere Herausforderungen für Kitas, Schulen und Pflegeeinrichtungen mit sich bringt.
  • Im Klinikum Freising waren am Montag doppelt so viele Patienten wie normal in der Notaufnahme, die meisten davon wegen hitzebedingter Herz-Kreislauf-Beschwerden.
  • Die Wasserwacht am Karlsfelder See wacht täglich von 10 bis 19 Uhr über die Badegäste, da mit steigenden Temperaturen auch die Besucherzahlen und Unfallgefahr zunehmen.
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Wie bringt man Senioren dazu, ausreichend zu trinken oder schützt Kinder vor zu viel Sonne? Was machen Lehrer, wenn Schüler-Hirne bei über 30 Grad die Arbeit einstellen? Und wer rettet am überfüllten Badesee Leben? Eine Sicherheitsabfrage in der Region.

Von SZ-Autorinnen und Autoren

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„36 Grad und es wird noch heißer“ sang das Elektropop-Duo 2raumwohnung mit Sängerin Inga Humpe und ihrem Partner Tommi Eckart im Sommer 2007.  Ein passendes Lied für die nächsten Tage, denn von Donnerstag an klettert das Thermometer auch im Münchner Umland nochmal ordentlich nach oben. Während sich die einen jauchzend in den Badesee stürzen oder sich über eine laue Sommernacht im Biergarten freuen, kommen andere nicht nur wegen der hohen Temperaturen ins Schwitzen. Sie sind verantwortlich für Menschen, die sich selber vor den gefährlichen Auswirkungen extremer Hitze nicht schützen können. Wie sich Seniorenheime, Kitas, Schulen, Kliniken oder auch die Wasserwacht auf die heißen Tage vorbereiten.

In der Kita: Sonnencreme, gekühlte Wassermelone und der Gartenschlauch

Spritzen macht Spaß und das kalte Wasser erfrischt  die Kinder.
Spritzen macht Spaß und das kalte Wasser erfrischt  die Kinder.
Jens Büttner/dpa

In der „Kinderfarm“ in Gilching sind die Mädchen und Buben bei Hitze bestens geschützt. Morgens achten die Leiterin Monika Wetzk und ihr Erzieherteam in dem kommunalen Kindergarten darauf, dass die Kinder genügend eingecremt sind. Sollte der Sonnenschutz nachlassen, wird Creme nachträglich aufgetragen. Die Räume sind durchgelüftet und die Rollläden heruntergelassen. Dann geht es in den Garten, wo Bäume und große Schirme Schatten spenden. Spätestens um 10.40 Uhr sind die Kinder wieder im Haus. Wichtig seien die Ruhephasen, und dass jedes Kind Zugang zur immer gefüllten Getränkeflasche habe, sagt Wetzk. Es gelte auch, Trinkpausen einzulegen. Zudem können die Kleinen Badezeug und Handtücher mitbringen, denn im Garten steht ein Rasensprenger, durch dessen Strahl die Kinder zum Abkühlen hindurchlaufen. Am kommenden Freitag sind auch noch Wasserspiele geplant, bei denen sich die Kinder gegenseitig bespritzen dürfen. Es macht ihnen auch Spaß, Eisblöcke mit Wasserfarben zu bemalen. „Wir sind gut auf die Hitze vorbereitet und auch im engen Austausch mit anderen Kindergärten“, sagt Wetzk. Denn in puncto Hitze werde in den nächsten Jahre noch einiges auf die Einrichtungen zukommen. deu

Svetlana Vajda von BRK-Kinderhaus „Hokus Pokus“ in Gauting hat Glück: Denn ihre Einrichtung liegt direkt am Waldrand. Wegen der hohen Bäume ist hier fast bis elf Uhr vormittags Schatten. Das hilft bei den momentanen Temperaturen. Generell ist die 44-jährige Leiterin der Einrichtung natürlich froh, „dass es endlich Sommer geworden ist“. Auch wenn der mit Volldampf durchstartet. „Wir versuchen, das Beste aus der momentanen Situation zu machen.“ Und das Beste heißt für Vajda: auf die Ozonwerte und die Temperaturen zu achten. Das machen sie und die anderen Erzieher im Hochsommer konsequent jeden Morgen. Und dann heißt es je nach Witterung flexibel reagieren. Meist geht es möglichst schnell nach draußen. Das Kinderhaus Hokus Pokus hat zwei Kindergartengruppen und eine Krippengruppe. Insgesamt betreut die Einrichtung derzeit 49 Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren. „Bei diesen Temperaturen achten wir natürlich auch darauf, dass die Kinder immer genug trinken“, sagt Vajda. Eine gekühlte Wassermelone zwischendurch sei da super. bad

In der Schule: Morgens durchlüften und statt Unterricht auch mal ein Eis essen gehen

An der Josef-Breher-Mittelschule in Pullach dürfen die Lehrer mit ihren Schülern an sehr heißen Tagen auch mal Eis essen statt Englisch büffeln.
An der Josef-Breher-Mittelschule in Pullach dürfen die Lehrer mit ihren Schülern an sehr heißen Tagen auch mal Eis essen statt Englisch büffeln.
Johannes Simon

Auch den Schülerinnen und Schülern in der Region wird es in den nächsten Tagen nicht immer leicht fallen, einen kühlen Kopf zu bewahren. Gerade in alten Schulgebäuden staut sich oft die Hitze, Klimaanlagen sind ein Wunschtraum. Für Mittelschüler könnten die extremen Temperaturen herausfordernd werden, weil diese und nächste Woche Abschlussprüfungen anstehen. An der Josef-Breher-Mittelschule in Pullach zum Beispiel werden diese Woche rund 50 Zehnt- und Elftklässler für ihren Mittleren Schulabschluss an den Tischen schwitzen, nächste Woche weitere rund 50 Neuntklässler für den Qualifizierenden Hauptschulabschluss. Rektor Harun Lehrer ist dennoch guter Dinge. „Bei uns hat es sich bewährt, dass wir sie in der Turnhalle schreiben lassen. Wir lüften um sechs Uhr schon durch und lassen die Jalousien herunter. Dann hält sich die Temperatur ganz gut“, sagt er. Auch Ventilatoren würden aufgestellt. Die Schule setzt zudem auf gute Vorbereitung und hat die Schüler im Vorfeld informiert, dass sie leichte Kleidung tragen und sich Getränke und Essen mitnehmen sollen. „Ich glaube, das ist dann ganz gut durchzuhalten“, sagt Rektor Lehrer. Falls doch ein Schüler Kreislaufprobleme bekomme, könne erste Hilfe geleistet werden. Auch stehe vorn bei der Aufsicht ein Kasten mit Mineralwasser. „Aber es ist noch nie einer umgekippt“, sagt Lehrer optimistisch.

Grundsätzlich versucht man an der Schule, den Unterricht an solch heißen Tagen so erträglich wie möglich zu machen. Wenn es in den Klassenzimmern zu heiß wird, kann eine Klasse in den Pavillon im Schulgarten ausweichen, wo Bierbänke aufgestellt sind, und den Unterricht draußen abhalten. Auch unter einem Sonnensegel auf dem Schulgelände ist das möglich. „Ich bin auch nicht böse, wenn Lehrer an so einem Tag mit ihren Schülern ein Eis essen gehen“, sagt der Rektor. Wenn es gar nicht anders geht, gibt es ausnahmsweise früher Schule aus. „Ich finde nicht gut, wenn Unterricht ausfällt, aber wenn ich merke, es findet wegen der Hitze eh kein Unterricht statt, gibt es auch mal früher Schulschluss“, sagt Lehrer. dabo

Am See: Täglich wacht die Wasserwacht

Steigen die Temperaturen, wird's voll an den Seen. Am Karlsfelder See im Landkreis Dachau wacht über das Wohl der Badegäste die Wasserwacht.
Steigen die Temperaturen, wird's voll an den Seen. Am Karlsfelder See im Landkreis Dachau wacht über das Wohl der Badegäste die Wasserwacht.
Toni Heigl

Wenn auf den Balkonen die Hitze flirrt, tummeln sich manchmal Tausende Badegäste am Karlsfelder See. Für Oliver Welter, Kreisleiter der Dachauer Wasserwacht, und sein Team beginnt dann die wohl anspruchsvollste Zeit des Jahres. Denn je heißer es wird, desto mehr Menschen kommen. Und je mehr kommen, desto wahrscheinlicher ist, dass etwas passiert.

Um bei Unfällen und Notfällen schnell eingreifen zu können, haben die Rettungsschwimmer jetzt jeden Tag von 10 bis 19 Uhr ein wachsames Auge auf den See. Mit der Rettungsschwimmer-Serie „Baywatch“ hat ihr Alltag allerdings wenig zu tun. „Es wäre ein Blödsinn, die ganze Zeit mit dem Feldstecher aufs Wasser zu schauen“, sagt Oliver Welter. Dafür sei der Karlsfelder See viel zu groß; fast 700 Meter ist er lang und 300 Meter breit.

Die reguläre Besetzung der Wasserwacht-Station liegt pro Schicht bei vier bis fünf Personen. In der Regel reicht das aus, auch bei Hochbetrieb. Viel zu tun gab es in dieser Saison noch nicht – trotz der vielen Besucher.  „Wir hatten jetzt einen Sturz und eine Glasscherbe im Fuß“, sagt Welter. Wegen des heißen Wetters bekommen die Einsatzkräfte häufig Verstärkung von Freiwilligen. Das gibt Welter Gelegenheit, selbst mal für eine Viertelstunde ins Wasser zu gehen.

Zur Abkühlung sind die Rettungsschwimmer aber nicht auf den See angewiesen: Ihre Wache ist klimatisiert, außerdem gibt es einen Kühlschrank mit Getränken. Hier lässt es sich gut aushalten. So gut, dass Wasserwachtler nach Dienstschluss manchmal dableiben und gemeinsam grillen. „Die Wasserwacht ist ja auch ein Hobby und eine große Familie“, erklärt Welter.

Vor zwei Wochen retteten Wasserwachtler, die nach Dienstschluss noch vor Ort waren, einem 15-Jährigen das Leben. Der Jugendliche wollte abends noch mit Freunden quer durch den See schwimmen, drehte dann aber um, weil ihm die Kraft ausging. Mit dem Rettungsboot konnten die Einsatzkräfte den erschöpften Jungen gerade noch rechtzeitig aus dem Wasser ziehen und ans Ufer bringen. Welter wiederholt deswegen seine Warnung: „Nie alleine quer durch den See schwimmen!“ slg

Den Ernstfall üben die Wasserwachtler regelmäßig.
Den Ernstfall üben die Wasserwachtler regelmäßig.
Privat

Auch an den anderen Seen in der Region sorgen die Wasserwachtler für Sicherheit. Im Landkreis Ebersberg etwa mit ihren jeweiligen Ortsgruppen am Steinsee in Moosach, am Kastensee in Glonn, am Klostersee Ebersberg und an den Badeweihern in Markt Schwaben und Poing. Letzterer werde allerdings nur sporadisch überwacht, „je nachdem, wie viele Einsatzkräfte in Markt Schwaben zur Verfügung stehen“, wie der Technische Leiter der Kreiswasserwacht Ebersberg, Robert Hofmann, erklärt. Immer mindestens drei Personen seien am Start – „ein Wachleiter und zwei Wasserretter“, oft kämen aber auch weitere freiwillig dazu. Von Mai bis etwa Ende September sei man feiertags und am Wochenende im Einsatz, „meist zwischen 12 und 18 Uhr“ - erkennbar an der gehissten Fahne. Diese Schichten würden auch bei extremer Hitze nicht erhöht, selbst wenn der Andrang an den Seen steige. „Wir sind alle Ehrenamtler und meist berufstätig, darum können wir das nicht leisten.“ Zum Glück seien aber die Einsätze ohnehin übersichtlich – „weil unsere Gewässer nicht so riesig sind, wir keinen Wassersport haben und viel Schatten.“ mip

Im Krankenhaus: Leichte Kost, viel Flüssigkeit, ab und zu ein Eis

Sofia König und Shiva Mansouri (links) kümmern sich darum, dass für die Patienten und Patientinnen im Klinikum Freising genügend Wasser bereit steht.
Sofia König und Shiva Mansouri (links) kümmern sich darum, dass für die Patienten und Patientinnen im Klinikum Freising genügend Wasser bereit steht.
Marco Einfeldt

Gerade älteren und geschwächten Personen macht die Hitze derzeit zu schaffen. Deutlich zu spüren bekommt das das medizinsche Personal im Klinikum Freising. Sind an normalen Tagen etwa 100 Patientinnen und Patienten in der Zentralen Notaufnahme, waren es am Montag doppelt so viele. Chefarzt Martin Kawald schätzt, dass etwa 100 von ihnen wegen des heißen Wetters aufgrund von Herz-Kreislauf-Beschwerden Hilfe benötigten.

Auch Patienten, die bereits im Klinikum behandelt werden, litten unter der Hitze, sagt der Ärztliche Direktor Markus Neumaier. Ihre Beschwerden verschlimmerten sich aber in der Regel nicht. Daten zeigten, dass bei hohen Temperaturen die Mortalitätsrate im häuslichen Umfeld vor allem bei älteren Leuten steige, im Krankenhaus sei das eher nicht der Fall, weil hier entsprechende Maßnahmen getroffen werden könnten.

Seit mehreren Jahren verfügt das Klinikum Freising über einen detaillierten Hitze-Aktionsplan. „Hierdurch lässt sich die Hitze einigermaßen ertragen“, sagt Neumaier. Einige der Stockwerke sind klimatisiert, nicht aber die normalen Patientenzimmer. Teilweise wärmten sie sich auf 25 Grad auf. Zur Erleichterung tragen tagsüber Sonnenschutzrollos und geschlossene Fenster bei. Es stehen deutlich mehr Wasserflaschen bereit als an anderen Tagen. Nachts wird gelüftet. Weiterer Punkt ist laut Neumaier eine möglichst kurze Aufenthaltszeit. Die Küche serviere leichtere Kost und viel Flüssigkeit.

Die Mitarbeitenden seien an Hitzetagen luftiger gekleidet, sie machten häufigere Pausen und könnten sich in kühleren Bereichen aufhalten. Demnächst gebe es wieder Eis für sie. Wie aber kann man sicherstellen, dass geschwächte Patienten ausreichend trinken? Dies gewährleiste ein Trinkplan, der kontrolliert werde, erklärt Neumaier. Das Pflegepersonal leite sie häufig zum Trinken an. In schwierigen Fällen könne Flüssigkeit über die Vene, also parenteral, verabreicht werden.

Leichter haben es die Ärzte, die OP-Säle sind klimatisiert. Manche Kolleginnen und Kollegen gingen da gerade ganz gern rein, sagt Neumaier und lacht. psc

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Schattenplätze suchen, Kräutertee trinken oder mittags einfach mal ein Schläfchen machen. So lässt es sich an heißen Tagen aushalten.

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In der Wolfratshauser Kreisklinik konzentriert sich das Team von Ärzten und Pflegekräften während Hitzeperioden vor allem auf die besonders gefährdeten Risikopatientinnen und -patienten. Diese Gruppen stünden bei Visiten und der Pflegeplanung besonders im Blick, sagt Geschäftsführer Ingo Kühn. Betroffen seien Hochbetagte, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder mehreren chronischen Erkrankungen.

Typische Probleme seien Flüssigkeitsmangel oder Austrocknung. Es komme zu kollapsähnlichen Zuständen, der Kreislauf werde instabil, so Kühn. Das Personal achte auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr. „Klassische Hitzschlag‑Konstellationen sind in unserem Setting deutlich seltener als Flüssigkeitsmangel und Kreislaufprobleme“, sagt der Geschäftsführer. Derzeit steige aber die Zahl von Patienten noch nicht massiv, bei denen die Aufnahme mit den hohen Temperaturen zusammenhängen könnte.

Zeichen von Flüssigkeitsmangel seien ein sehr dunkler Urin oder kaum Harnausscheidungen. Wer kurz ohnmächtig werde, sich lang anhaltend schwindelig fühle, Brustschmerzen oder Luftnot, womöglich noch in Kombination mit hohem Fieber habe, sollte ärztlichen Rat einholen, so Kühn. Wenn Angehörigen auffalle, dass Familienmitglieder stark geschwächt, verwirrt oder unruhig seien, sollten sie ebenfalls Mediziner kontaktieren. jas

Im Seniorenheim: Ausgabe von Sonnencrème und Sonnenhüten

Rechtzeitig ins Gespräch zu kommen ist wichtig. Auch mit Blick auf die bevorstehende Hitzewelle: Susanne Brenner mit einer Bewohnerin des Evangelischen Pflegezentrums in Eichenau.
Rechtzeitig ins Gespräch zu kommen ist wichtig. Auch mit Blick auf die bevorstehende Hitzewelle: Susanne Brenner mit einer Bewohnerin des Evangelischen Pflegezentrums in Eichenau.
Jana Islinger

Das Rad muss man nicht neu erfinden – auch wenn es diesmal sogar rekordverdächtige 40 Grad werden könnten: In den vergangenen Jahren gab es immer mal wieder Hitzewellen. Weil aber regelmäßig neue Bewohnerinnen und Bewohner im Evangelischen Pflegezentrum Eichenau einziehen, sei es wichtig, sich immer wieder bewusst auf die körperlichen Belastungen einzustellen und auch immer wieder darüber zu reden, wie man sich am besten auf die Hitze einstellt. Das sagt Susanne Brenner, Leiterin der Einrichtung mit seinen 120 stationären Pflegeplätzen.

Reden, reden, reden. Das ist wichtig, genügt allerdings nicht. Etwa bei Patienten, die an Demenz leiden. Brenner und ihre Mitarbeiterinnen versuchen, diese Personengruppe das ganze Jahr über im Blick zu behalten. Im Sommer ist das besonders wichtig wegen der sonst drohenden Dehydrierung. Dass man bei Hitze regelmäßig und ausreichend trinken soll, mag eine Binse sein, muss aber von älteren Menschen besonders beherzigt werden. Ausgeschenkt werden vorzugsweise Saftschorle, Wasser und Tee – nicht eisgekühlt. Auch der Speiseplan wird angepasst: So gibt es nachmittags statt Kuchen schon mal eine Wassermelone oder anderes Obst.

Tagsüber bleiben Jalousien unten und Vorhänge zugezogen, vorzugsweise frühmorgens und abends werden die Zimmer durchgelüftet. Das ist auch die beste Zeit für Spaziergänge oder leichte Gymnastikübungen, möglichst im Schatten, auf die nicht komplett verzichtet werden muss. Sonnenhüte und Sonnenschutzmittel werden bei Bedarf ausgegeben und ergänzen die dünne, luftige, sommerliche Kleidung. Die Hitze wurde bereits in der Hauszeitung thematisiert, die Verhaltensregeln bleiben per Aushang in den Appartements im Bewusstsein.

Für die Kolleginnen und Kollegen sind hohe Temperaturen im beruflichen Alltag ebenfalls eine Belastung, auch wenn die Stationszimmer klimatisiert sind. Susanne Brenner empfiehlt mehrere kleinere statt einer einzigen langen Pause. Und auch mit Blick auf Personal, das aus anderen Kulturkreisen stammt und neu in der Einrichtung ist, gilt: beizeiten darüber reden, wie alle gemeinsam – Pflegekräfte und Bewohner – möglichst gut durch die Hitzewelle kommen. slg

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