Herbizide Landwirte sollen weiter spritzen dürfen

Landwirtschaft Markt Indersdorf, Straße von Schwabhausen nach Arnbach bei Edenholzhausen, Landwirt beim Spritzen, Unkrautbekämpfung , npj/Foto: Jørgensen

(Foto: Niels P. Joergensen)

Ismaning will Pächter der eigenen Flächen allenfalls zum freiwilligen Verzicht auf Gifte wie Glyphosat auffordern.

Von Irmengard Gnau, Ismaning

Die Gemeinde Ismaning hat die Entscheidung darüber verschoben, ob sie die Pächter ihrer landwirtschaftlichen Flächen aktiv dazu auffordern will, bei der Bewirtschaftung auf den Einsatz von Glyphosat zu verzichten. Wenn die Pachtverträge im kommenden Jahr erneuert werden, soll sich der zuständige Ausschuss mit dieser Frage noch einmal befassen. Das war das Ergebnis einer langen, emotional geführten Debatte im Gemeinderat.

178 Hektar landwirtschaftliche Flächen hat die Gemeinde derzeit verpachtet, 30 Hektar davon sind Wiesen. Ende September 2019 stehen die Verträge zur Erneuerung an, üblicherweise werden die Grundstücke für drei plus drei Jahre verpachtet. Vorstellbar ist nach der jüngsten Diskussion, dass die Gemeinde künftig in die Präambel zu ihren Verträgen den Passus aufnimmt, dass sich die Pächter freiwillig dazu verpflichten, auf den gemeindlichen Grundstücken besonders sorgsam mit Herbiziden und Pestiziden umzugehen beziehungsweise - freiwillig - auf den Einsatz bestimmter Stoffe wie eben Glyphosat zu verzichten.

Die Verwaltung sprach sich jedoch klar gegen ein allgemeines Verbot aus, wie es zum Beispiel die Stadt Garching oder auch der Landkreis für ihre Flächen festgelegt haben. Ein Verbot sei einerseits kaum kontrollierbar, so die Argumentation der Gemeindeverwaltung, außerdem wolle man die heimischen Landwirte nicht über die gesetzlichen Grenzen hinaus einschränken.

Die Antragsteller von den Grünen beharren auf einem Verbot

Damit stellte sich die Verwaltung ganz auf die Seite der Landwirte im Gemeinderat. "Warum sollten wir uns noch mehr die Hände binden, wenn es von Gesetzes wegen zugelassen ist?", fragte CSU-Vertreter Luis Eisenreich, der betonte, die Ismaninger Bauern setzten Glyphosat sowieso lediglich in sehr geringen Mengen und äußerst punktuell ein. Auch Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) war anzumerken, dass er die Landwirte nicht zu sehr einengen wollte. In Ismaning arbeiteten Gemeinde und Landwirte seit Generationen vorbildlich zusammen, sagte er, beispielsweise beim Anlegen von Blühstreifen und Hecken für die Natur. Eine Formulierung des Verzichts als Anregung sei vorstellbar, fand der Bürgermeister, mehr jedoch nicht. Viele Gemeinderäte sahen das anders, allen voran Silke Levermann von den Grünen, deren Antrag die Diskussion angestoßen hatte. Sie appellierte an das Verantwortungsbewusstsein aller, eingedenk folgender Generationen und des prognostizierten Artensterbens den Einsatz von Glyphosat zu stoppen. Am Ende einigte man sich, die Entscheidung zu vertagen.