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"Pitch of the Year":Unterhaching ist Rasen-Meister

Der Rasen im Unterhachinger Sportpark ist eine Mischung aus Kunststoff und echtem Gras. Greenkeeper Sepp Lindermayer ist dafür zuständig, dass er optimale Spielbedingungen bietet.

(Foto: Claus Schunk)

Die Spielvereinigung hat laut DFB das beste Fußballfeld der dritten Liga.

Von Iris Hilberth, Unterhaching

Ach ist der Rasen schön grün... Dass es mit solch oberflächlichen Betrachtungen, wie sie Loriot einst als Sportzuschauer angestellt hat, längst nicht getan ist, weiß man beim Fußball-Drittligisten Spielvereinigung Unterhaching nur allzu gut. Hier legt man sehr viel Wert auf den optimalen Untergrund.

Denn: Ist das Gras zu hoch, nervt das spielstarke Mannschaften, ist der Rasen zu trocken, wird der Ball zu langsam. Hachings Greenkeeper Sepp Lindermayer hat mit seinem Team die Pflege des Spielfelds nun nahezu perfekt hinbekommen und ist dafür vom Deutschen Fußball Bund (DFB) ausgezeichnet worden. "Pitch of the Year" heißt der Preis, der erstmals auch für dritte Liga vergeben wurde.

Einen Titelgewinn hat die Spielvereinigung in dieser Saison damit also in der Tasche. Der DFB ehrt inzwischen die Meister der Halme, weil man im Verband der Ansicht ist: "Das Spielfeld und seine Beschaffenheit gehören zu den wichtigsten Aspekten des Fußballs." Die Qualität der Plätze sage daher einiges über die Qualität einer Liga aus. Beides habe sich in der dritten Liga deutlich verbessert.

In Unterhaching setzt man seit 2018 auf einen Hybridrasen. Im Stadion und auf den Trainingsplätzen der Profis ist daher der Naturrasen mit einem geringen Anteil Kunststoff angereichert. Seitdem ist auch Lindermayer mit seinem Team damit betraut, die Halme kurz zu halten, mögliche Löcher nach dem Spiel zu stopfen und ein ebenes Spielfeld bereit zu stellen. "Einen Platz muss man erst kennenlernen", sagt Lindermayer, der sich natürlich über "die schöne Auszeichnung" freut.

Der gelernte Landschaftsgärtner und Sportplatzbauer ist seit 2005 im Geschäft, hat zunächst auf einem Golfplatz gearbeitet und ist dann zum Fußball gewechselt. Bevor er nach Unterhaching kam, war Lindermayer unter anderen für den FC Ingolstadt tätig, der in dem Ranking der besten Plätze nun Zweiter wurde. Die Spielvereinigung Unterhaching erhielt die Note 9,1 von zehn möglichen Punkten, was ihr die Bewertung "exzellent" einbrachte. Der Ingolstädter Rasen dagegen gilt mit 8,8 nur als "gut".

"Es freut mich vor allem, weil die Bewertung durch das Urteil der Mannschaften und der Schiedsrichter zustande kommt", sagt Lindermayer. Ob Haching damit schon erstligatauglich ist? Der Greenkeeper ist überzeugt: "Für die zweite Liga reicht es auf jeden Fall, wenn es dann sportlich auch passt."

© SZ vom 29.10.2020/wkr
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