Ursprünglich wäre das Musiktheaterprojekt „Konferenz der Vögel“ schon Ende Juli zum Abflug bereit gewesen. Aber die Premiere der ambitionierten Eigenproduktion im Kleinen Theater Haar musste abgesagt werden, weil die Chorleiterin, Komponistin und Regisseurin Eva Lücking, die rund zwei Jahre an dem Projekt gearbeitet hatte, im Vorfeld der Aufführung nach kurzer, schwerer Krankheit starb.
Jetzt wird die Uraufführung des von persischen Sufi-Gedichten inspirierten Musicals – eine Produktion mit rund 50 Mitwirkenden – nachgeholt. Am Donnerstag, 27. und Freitag, 28. November, werden zwei Vorstellungen des Stücks, das auch eine Art Crossover zwischen orientalischer und europäischer Musik ist und eine spirituell-mystische Komponente hat, im Kleinen Theater gezeigt. Familienangehörige von Eva Lücking werden wichtige musikalische Aufgaben übernehmen. „Wir werden zusammen mit den Chören und den Musikern das letzte Stück unserer Mama aufführen“, sagt Tochter Anna Lücking. Auch ihr Bruder Jakob und ihr Onkel Ernst Hofmann wirken mit.
Das Stück, das auf einer fast 1000 Jahre alten Gedichtsammlung des Sufi-Dichters Farid Ud-Din Attar beruht, hat einen so zeitlosen wie aktuellen Charakter: Die Vögel der ganzen Welt treffen sich, um etwas gegen die immer größer werdenden Probleme – Neid, Missgunst und Krieg – zu tun. Also begeben sie sich auf eine Reise zum weisen Vogelkönig und müssen auf dem Weg dahin allerlei existentielle Herausforderungen meistern.
„Wir laden Sie herzlich ein, an diesem Abend teilzuhaben. Nicht nur als Publikum, sondern als Menschen, die gemeinsam einen Moment der Erinnerung, der Begegnung und der künstlerischen Auseinandersetzung erleben“ erklärt Theaterchef Matthias Riedel-Rüppel. Die Aufführungen in Haar beginnen jeweils um 19 Uhr. Karten gibt es online über die Homepage des Theaters respektive über muenchenticket.de.

