Haar:Schöner planschen

Haar, Freibad

In die Jahre gekommen: Nicht nur die Kinder sind älter geworden, auch das Kinderbecken im Haarer Freibad.

(Foto: Angelika Bardehle)

Kinderbereich im Haarer Freibad wird bis zum Sommer saniert

Von Bernhard Lohr, Haar

Einige Mütter und Väter werden aufatmen und die Kinder dürfen sich freuen: Der Kinderbadebereich im Haarer Freibad wird erneuert und steht nach bisheriger Planung kommenden Sommer dann für noch größere Badefreuden zur Verfügung. Die Becken werden ausgetauscht, neue Wasserspielgeräte werden installiert und es wird rund um die Becken ein weicher Kunststoffbelag in hellen Farben verlegt, der den Aufenthalt für Kinder und Erwachsene angenehm gestalten soll. In diesem Sommer hatten einige Eltern deutlich ihren Unmut zum Ausdruck gebracht, als vorübergehend der Kinderbereich gesperrt worden war, weil er längst nicht mehr den DIN-Normen entspricht.

Eigentlich hat man in den Neunzigerjahren schon qualitätvoll gebaut. Es gibt ein Edelstahlbecken und eine solide Wasseraufbereitungsanlage. Aber bei der Badsanierung 2004 wurde der Kleinkinderbereich nicht einbezogen und jetzt zeigt sich, dass die Technik nicht mehr auf dem notwendigen Stand ist. So fehlt eine Wasserüberlaufrinne. Und wie Thomas Pickel, Geschäftsführer des auf Bäder spezialisierten Ingenieurbüros L & P, jüngst im Gemeinderat sagte, reicht die Reinigungskapazität aus. Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) berichtete, dass man heuer nur Dank Ausnahmegenehmigung des Gesundheitsamts die Becken wieder habe öffnen können. Es werde zweimal am Tag die Wasserqualität getestet und von Hand gechlort.

Das hat keine Zukunft. Dennoch fiel die Entscheidung für eine Erneuerung schwer. Haar muss sparen. Und die geschätzten Kosten erhöhten sich, je genauer man sich mit dem Projekt befasst hat. Erst rechnete man mit 400 000 Euro, dann mit 560 000 Euro und jetzt stehen 640 000 Euro netto zu Buche, was am Ende auch fällig sein wird, weil die Gemeinde für das Projekt vorsteuerabzugsberechtigt ist. "Das hat uns anfangs schlucken lassen", sagte Thomas Fäth (SPD) über die Kostensteigerung. Christian Doerr und Johannes Geiger (beide CSU) appellierte an den Ingenieur, er möge doch noch irgendwo Einsparmöglichkeiten auftun. Doch Pickel, der mit seinem Beratungsbüro deutschlandweit tätig ist und seinen Sitz im Haarer Ortsteil Ottendichl hat, zeigte sich ratlos. Er habe schon so weit wie möglich bestehende Elemente des Bads in den Neubau integriert. Die Fundamente werde man beibehalten. Wenn man weiter Kosten drücke, bleibe am Ende auch keine wahrnehmbare Verbesserung mehr.

Dabei bezog sich Pickel vor allem auf die weiche Umrandung im Stil einer Kunststofftartanbahn, die mittlerweile bei Bädern nach neuem Stand gerne eingebaut wird, weil die Oberfläche weich ist und sich in der Sonne schön aufheizt. Kinder können dort krabbeln und spielen. Ohne dieses Element, fand Pickel, würde man den Haarer Badegästen wirklich etwas vorenthalten. Ton van Lier (Grüne) empfahl dann auch, nicht am falschen Ende zu sparen. Haar sei bekannt dafür, "mit Qualität zu bauen". Auch Bürgermeister Bukowski riet dazu, die Sanierung wie vom Ingenieur empfohlen vorzunehmen.

Vor allem drängt auch die Zeit. Denn es müssen schon jetzt Planungen, Ausschreibungen und Vorarbeiten beginnen. Nur wenn man jetzt einen Beschluss fasse, den Umbau anzugehen, könne der neue Badebereich im Juni 2022 eröffnet werden, sagte Pickel. Er berichtete von Lieferengpässen und Firmen, die ausgebucht seien. Nur weil man gute Kontakte in die Branche habe, finde man Partner, die das relativ kleine Haarer Bäderbauprojekt annehmen. Allein für die Badewasser-Filtertechnik gibt es laut Ingenieur Lieferzeiten von drei bis vier Monaten.

© SZ vom 17.09.2021
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