bedeckt München

Haar bei München:Zwangspause für den Gasthof zur Post

Haar, Wirtshaus, Gasthaus zur Post am Kirchplatz,

Der gemeindliche Gasthof zur Post in der Haarer Ortsmitte braucht eine neue Haustechnik.

(Foto: Angelika Bardehle)

Die Gemeinde will das Lokal neben dem Haarer Bürgerhaus modernisieren. Daher bleibt es 2021 für Monate geschlossen

Von Bernhard Lohr, Haar

Beim Gasthof "Zur Post" und beim direkt angrenzenden Bürgerhaus in Haar stehen kommendes Jahr größere Arbeiten an. Die Haustechnik in den beiden Gebäude ist veraltet. Nach den bisherigen, vagen Planungen wird von Herbst 2021 an mit einer mehrmonatigen Schließung der Gaststätte gerechnet, die sich im Eigentum der Gemeinde befindet. Im Bauamt haben laut Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) die Überlegungen erst begonnen, welche Arbeiten wann abgewickelt werden sollen. Bukowski rechnet mit einem großen Aufwand und sagt, in der Regel tauchten noch weitere Baustellen auf, wenn man solche Gebäude genauer anschaue.

Der Gasthof "Zur Post" blickt auf eine lange Geschichte zurück. Das repräsentative Gebäude am Maibaum, so wie es sich heute am Kirchenplatz darbietet, stammt aus dem Anfang der Dreißigerjahre. Es ersetzte damals den an der selben Stelle gelegenen "Alten Wirt" und war zwischenzeitlich Sitz der Firma "Inselfilm", bevor es die Gemeinde 1990 kaufte, umbaute und an einen Gastronomen verpachtete. Bereits 1988 hatten die Bauarbeiten am Bürgerzentrum daneben begonnen und aus beidem wurde dann das Herz des Ortszentrums. Dieses wird nun einer größeren Operation unterzogen.

Mit Blick auf die anstehenden Arbeiten hat die Familie Dabernig, die den Gasthof leitet und auch die Gastronomie im Bürgerzentrum führt, umdisponiert. Wirt Karl Dabernig wollte eigentlich Ende 2020 in Ruhestand gehen, was aber zu einer schwer zu organisierenden kurzen Übergangszeit bis zur Sanierung geführt hätte. Deshalb vereinbarten die Gemeinde und Dabernig eine begrenzte Verlängerung des Vertrags.

Wie es dann weitergehen wird, ist derzeit offen. Die Familie Dabernig schließt ein weiteres Engagement nach der Sanierung nicht aus. Aber das ist freilich mit großen Unsicherheiten verbunden, auch weil das Ausmaß und die Dauer der Arbeiten nicht abzuschätzen sind. Karl Dabernig sagt nur, dass in der Küche seit Jahren Modernisierungen anstünden. In der Kühlanlage etwa würden noch Kühlmittel verwendet, die nicht mehr den aktuellen Standards entsprächen.

Aus dem Rathaus heißt es, dass vor allem Arbeiten an der Haustechnik anstehen, also in Bereichen, die man nicht sieht, aber die für die Funktion des Gasthofs und des Bürgerzentrums essenziell sind. "Es geht immer um die verborgene Infrastruktur", sagt Bürgermeister Bukowski, der von einer sechsmonatigen Schließung wegen der Bauarbeiten ausgeht. Die Bautechniker im Rathaus versuchten derzeit, sich ein Bild der Lage zu machen. Dabei schaut man in Haar auch genau nach Unterschleißheim und Garching, wo die Sanierung der Bürgerzentren sich zu einer kostspieligen und langwierigen Angelegenheit entwickelt hat. Zudem werden in Haar die Warnungen lauter, dass die Finanzlage sich nach 2021 zuspitzen könnte. Dann wird nämlich ein wichtiger Gewerbesteuerzahler, das Pharmaunternehmen MSD, der Gemeinde Haar den Rücken zugekehrt haben. Die Firma plant den Umzug nach Berg am Laim.

© SZ vom 30.10.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite