Als Gerhard Schmidt nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes Ende Juni 1945 von der US-Militärregierung als neuer Klinikdirektor in der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar eintrifft, findet er noch immer katastrophale Zustände vor. „Der erste Eindruck, den man als Besucher im Hungerhaus noch Juni/Juli 1945 erhielt, war der eines Siechenasyls. Kein Lärm, keine Bewegung“, erinnert sich Schmidt später in seinem 1965 erschienenen Buch „Selektion in der Heilanstalt“. Dem Bayerischen Rundfunk schildert er in einem – mittlerweile verschollenen – Radiobeitrag im November 1945 die „Elendsspuren“, die er auf dem weitläufigen Klinikgelände im Münchner Osten vorfand: „Sie waren so gespenstisch, als ob die Zeit stehengeblieben wäre.“
80 Jahre KriegsendeZu Tode gehungert bis zum Schluss
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Als amerikanische Soldaten im Mai 1945 die sogenannte Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar befreien, wo psychisch Kranke systematisch ermordet wurden, bietet sich ihnen ein Bild des Grauens. Auch Wochen später sind die Zustände in den Hungerhäusern der NS-„Euthanasie“ noch immer katastrophal.
Von Laura Geigenberger, Haar
