Holocaust-Gedenken:Behindertenverband erinnert an Patientenmorde

Vertreter des Allgemeinen Behindertenverbands in Deutschland (ABiD) sowie dies Behindertenverbands Bayern haben am Donnerstag, dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, auf dem Gelände des Isar-Amper-Klinikums in Haar einen Kranz niedergelegt. Bei der Gedenkfeier erinnerten sie an die Patientenmorde während der NS-Diktatur. Mehr als 3000 Psychiatriepatienten wurden von Haar im Zuge der Aktion T4 in Tötungsanstalten gebracht oder in Haar selbst ermordet. Der ABiD fordert, die Toten offiziell als NS-Opfer anzuerkennen. Nach wie vor würden die vielen behinderten Menschen, die von den Nazis auf grausamste Weise umgebracht wurden, als "Euthanasie"-Opfer bezeichnet, beklagt der Verband. Das sei eine Beschönigung und eine Verharmlosung. Allein in Deutschland wurden nach Angaben des Verbands 70 000 behinderte Menschen von den Nazis vergast, durch medizinische Versuche umgebracht oder man ließ sie verhungern. In Europa seien es um die 300 000 Menschen gewesen. Als Gastrednerin trat in Haar die FDP-Landtagsabgeordnete Julika Sandt auf.

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