
In Kürze beziehen die ersten Bewohner ehemalige als Klinik genutzte Gebäude in Haar. Zwar läuft die Verwandlung des 22,5 Hektar großen Areals, das der Bezirk Oberbayern 2010 an Bauträger verkauft hat, seit Jahren. Doch bisher wurden auf dem parkähnlichen Gelände lediglich Neubauten bezogen. Nun teilt die C7 GmbH mit Sitz in München mit, dass die ersten historischen Gebäude fertig saniert worden seien und im Februar an ihre neuen Eigentümer übergeben würden. Ein weiterer Akteur, was die Sanierung der Altbauten angeht, ist die Quarterback Immobilien AG aus Leipzig, die auch Neubauten errichtet. 192 Wohnungen plant Quarterback in früheren Klinikgebäuden, 52 in Neubauten. Im Herbst wurde der Baubeginn verkündet.
Die C7 GmbH begleitet seit 2014 die Entwicklung des Jugendstilparks und lässt in einem Werbefilm einen animierten Schmetterling über das Wohnquartier im Grünen fliegen, als wollte man zeigen, dass sich dort aus zuletzt über Jahre leerstehenden Altbauten aus der Wende zum 20. Jahrhundert eine Schönheit entpuppt. Tatsächlich hat man großen Aufwand betrieben und auf Qualität gepocht, angefangen vom Landesamt für Denkmalpflege und der Gemeinde, die bei der Bauleitplanung darauf geachtet hat, ein weitgehend autofreies Quartier zu schaffen. Allerdings mussten auch etliche Bäume weichen, gerade weil großzügig Tiefgaragen gebaut wurden und werden.
Wie C7-Geschäftsführer Fridolin Lippens berichtet, hat man angesichts der Fertigstellung erster Wohnungen kürzlich einen Rundgang mit Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) und Mitarbeitern des Bauamts in dem von C7 unter den Namen "Quartier 1907 - Wohnen im Park" gelabelten Wohngebiet unternommen, um die hochwertige Gestaltung zu begutachten. Man habe einen Teil der sechs denkmalgeschützten Häuser fertig umgebaut, 60 Prozent der Wohnungen seien verkauft, jetzt im Januar 2022 beginne der Vertrieb für die letzten 30 Wohnungen, heißt es. Im ehemaligen Handwerkerhof der Klinik habe man sechs Mietwohnungen ausgebaut.

Die Quarterback AG gestaltet das größte Gebäude im Areal um. In dem fünfflügeliges Torgebäude sollen allein 80 Wohneinheiten auf 7820 Quadratmetern entstehen. 244 Wohneinheiten peilt man insgesamt auf 23 100 Quadratmetern an; dazu 355 Tiefgaragenstellplätze. Die Fertigstellung ist laut Quarterback Anfang 2025 angepeilt.
Derweil ist im Moment unklar, was aus dem ambitionierten Neubauvorhaben wird, das die Oberbayerische Heimstätte im Nordosten des Areals mit Büros, Arztpraxen, Café und einem großen Discounter plant und für das der Gemeinderat auch schon den Bauantrag gebilligt hat. Bürgermeister Bukowski berichtete kürzlich, das Projekt sei ins Stocken geraten. Die Gemeinde hoffe auf baldige Fortschritte.