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Haar bei München:Der Bezirk baut

In Haar-Eglfing entstehen Büroarbeitsplätze und ein Discounter

Von Bernhard Lohr

In Haar-Eglfing entsteht ein neues Ortsteilzentrum mit Geschäften und auch Büroarbeitsplätzen. Der Bezirk Oberbayern denkt daran, in einem der beiden geplanten viergeschossigen Gebäude, die gegenüber dem Haupteingang des Isar-Amper-Klinikums errichtet werden sollen, bis zu 250 Büroarbeitsplätze zu schaffen. Im Erdgeschoss wird der Discounter Aldi eine Filiale eröffnen. Die Angelegenheit ist weit gediehen. Der Bauausschuss des Gemeinderats hat letztens nur deshalb seine Zustimmung noch nicht erteilt, weil schriftliche Vereinbarungen wegen Parkplätzen ausstehen. Die Signale wiesen klar auf eine Einigung hin, hieß es.

Der Bezirk Oberbayern ist in Haar bisher schon bei Weitem der größte Arbeitgeber in Haar. Und er wird diese Position weiter ausbauen. Bezirkstagspräsident Josef Mederer (CSU) vergleicht seine Organisation, die im kulturellen und sozialen Bereich eine wichtige Rolle spielt und mit seiner Klinik in Haar die größte Einrichtung der psychiatrischen Vollversorgung in Bayern betreibt, mit einem "prosperierenden Unternehmen". Die Aufgaben würden stetig mehr, sagt Mederer. Gerade jetzt in Zeiten der Corona-Pandemie zeige sich, wie wichtig das soziale Netz sei, ob in der Pflege, in der Betreuung von Menschen mit Behinderung oder psychisch Kranken.

Nach dem Umzug der Oberbayerischen Heimstätte, des Bauträgers des Bezirks, in den Jugendstilpark in Haar steht nun dort ein weiterer Schritt an. So gibt es laut Mederer Überlegungen, die IT-Gesellschaft des Bezirks, die bisher in Haar und in München an unterschiedlichen Standorten residiert, mit etwa hundert Beschäftigten in Haar zusammenzuführen. Auch Personal der Klinikverwaltung könnte in Haar in dem neuen Verwaltungsbau über dem Discounter Platz finden sowie weitere Mitarbeiter von Gesellschaften aus der "Bezirksfamilie", wie es Mederer nennt. Spekulationen allerdings, es könnten gar 300 Arbeitsplätze werden, entkräftet Mederer jetzt nach den Erfahrungen in der Corona-Krise. Die Bezirkseinrichtungen funktionierten bestens mit Home-Office, sagt er. Mehr als 550 Personen arbeiteten aktuell von zu Hause aus. Das nehme Druck, neue Büroarbeitsplätze zu schaffen.

Die Bezirksmitarbeiter in Haar werden in dem Gebäude an der Vockestraße, Ecke Leibstraße tätig sein. Dieses bildet gemeinsam mit einem zweiten Bau, in dem Läden im Erdgeschoss und Wohnungen in den drei Obergeschossen geschaffen werden, in Nachbarschaft zum Pflegeheim Maria-Stadler-Haus und zum Wohnen mit Service ein zur Leibstraße hin offenes Karree, das den Jugendstilpark nach Nordosten hin abschließt. In dem Wohn-Geschäftshaus zur Leibstraße sind 45 Wohnungen geplant, für die sich die Gemeinde in einem städtebaulichen Vertrag das Belegungsrecht zu einem günstigeren Mietsatz gesichert hat. Im Erdgeschoss ist von vier Läden und einem Café auf einer Gesamtfläche von knapp 900 Quadratmetern die Rede. Es sollen neun Einzimmerwohnungen werden, jeweils 15 Zwei- und Dreizimmer-sowie sechs Vierzimmerwohnungen.

Die Tiefgarage, wegen der es noch Abstimmungen mit der Aldi-Süd-Gruppe bedarf, fasst 232 Stellplätze. Auch oberirdisch wird man parken können, und es sind, wie in der Satzung vorgeschrieben, 124 Fahrrad-Stellplätze vorgesehen. Unabhängig von dem neuen Standort, der jetzt konkret Gestalt annimmt, verfolgt der Bezirk weiter Pläne, gegenüber auf der Freifläche Einrichtungen anzusiedeln. Bezirkstagspräsident Mederer sprach schon einmal von einem Bezirksmuseum, das hier entstehen könnte. Auch Wohnheime für dringend benötigte Pflegekräfte etwa im Klinikum könnten dort gebaut werden und Einrichtungen der "nachklinischen Betreuung".

© SZ vom 06.05.2020

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