Süddeutsche Zeitung

Haar bei München:Debatte übers Gymnasium

Bürgermeister Andreas Bukowski will über Ausbaupläne diskutieren

Befürworter und Gegner eines Ausbaus des Ernst-Mach-Gymnasiums sollen Anfang Februar in einer Online-Diskussion ihre Argumente auf den Tisch bringen. Das hat Haars Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) angekündigt, der zugleich Vorsitzender des Zweckverbands der Schule ist. In dieser für Mittwoch, 10. Februar, von 18 Uhr an terminierten Besprechung dürfte es spannend werden. Denn es sollen die Weichen in einer richtungsweisenden Frage gestellt werden. Bukwoski selbst hat die Debatte angestoßen, als er sich im Oktober für viele überraschend im Gemeinderat gegen die weitgediehenen Pläne für einen Ausbau der Schule aussprach und forderte: Qualität statt Quantität. Seiner Meinung nach sollte statt in weitere Klassenzimmer und Fachräume in die Ausstattung des Gymnasiums investiert werden. Damit stieß er allerdings auf Widerstand.

Denn mit als größte Beeinträchtigung der Unterrichtsqualität wird an der Schule selbst die Platznot angesehen, weshalb etwa Schuldirektorin Gabriele Langner sich in einem Schreiben für den Schulausbau aussprach. Auch SPD und Grüne wandten sich gegen den Vorstoß von Bukowksi. Ein Kritikpunkt war, dass der Bürgermeister indirekt damit argumentierte, dass das Haarer Gymnasium in erster Linie für Schüler aus Haar und dem Landkreis da sei. Weil aber 50 Prozent der Schüler am Ernst-Mach-Gymnasium traditionell aus dem nahen München kommen, befürchten manche, dass Bukowskis Strategie zu einer Abgrenzung von und zu einem Konflikt mit der Landeshauptstadt führen könnte. Schließlich besuchen auch viele Schüler aus Haar Münchner Schulen.

Derweil wird erst einmal in den Infektionsschutz investiert. So werden zwei Luftreinigungsgeräte für die Räume am Gymnasium angeschafft, die durch das Öffnen von Fenstern oder eine Lüftungsanlage nicht ausreichend belüftet werden können und für die es staatliche Zuschüsse gibt. Sie werden im Kreativlabor und im Mehrzweckraum im Erdgeschoss des Bauteils K eingesetzt. Die Verbandsversammlung des Zweckverbands des Gymnasiums beschloss die Anschaffung der beiden Geräte zum Preis von 9000 Euro, bei einem Zuschuss in Höhe von 7000 Euro. 66 CO₂-Ampeln werden fürs Gymnasium gekauft. Bei Kosten von 9200 Euro wird mit 8200 Euro Zuschuss gerechnet. Für die Grundschulen und die Mittelschule hat sich laut Rathaus für Lüftungsgeräte "kein Bedarf ergeben"

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SZ vom 22.01.2021 / belo
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