Wegen des anhaltenden Lehrermangels kann auch im neuen Schuljahr von 16. September an der Unterricht an den Grund- und Mittelschulen im Landkreis München nur dank zahlreicher Zusatzkräfte gewährleistet werden. Als Klassenleiter an beiden Schularten werden ausschließlich Personen mit Lehramtsstudium tätig sein.
Es werden aber auch 133 so genannte zusätzliche Lehrkräfte eingestellt, die vor allem in Nebenfächern und bei Förderangeboten zum Einsatz kommen. Sie können in der Regel ein abgeschlossenes Hochschulstudium „mit Bezug zum schulischen Fächerkanon“ nachweisen, wie es vom Schulamt heißt, haben also nicht Lehramt studiert. Schulamtsdirektor Ulrich Barth ist froh, dass der Unterricht für die 14 449 Grund- und die 4528 Mittelschüler gewährleistet ist (voriges Schuljahr: 14 740 beziehungsweise 4310 Schüler). Er sagt aber, dass es an den Mittelschulen schon eine Herausforderung sei, dass es nicht genügend „grundständig ausgebildete Lehrkräfte“ gebe. Es müssen Grundschullehrkräfte aushelfen.
Um Kinder mit Migrationshintergrund in der deutschen Sprache möglichst gut zu fördern, wird auf verschiedene Maßnahmen gesetzt. Für Schüler mit geringen Deutschkenntnissen werden wie voriges Schuljahr in den Jahrgangsstufen fünf und sechs von der Schulart unabhängige Deutschklassen über den Landkreis verteilt an den Mittel- und Realschulen und den Gymnasien eingerichtet. Es gibt laut Barth gute Erfahrungen damit. Es hätten sich immer wieder Schüler herauskristallisiert, die gleich an der Realschule oder dem Gymnasium bleiben konnten. Schüler, die länger als ein Jahr in Deutschland leben und Förderbedarf in der deutschen Sprache haben, erhalten zusätzlichen Unterricht über das Budget „Deutsch Plus“. Für Kinder, die vor dem Eintritt in die erste Klasse im September 2026 ihre Deutschkenntnisse vertiefen sollen, gibt es an den Grundschulen im Landkreis Vorkurse.

