Grünwald:Steuerquellen sprudeln weiter

Gemeinde verabschiedet Haushalt mit Gesamtvolumen von 218,4 Millionen Euro

Von Claudia Wessel, Grünwald

Die energetische Sanierung von gemeindeeigenen Wohnhäusern für 3,7 Millionen Euro, ein neues Schwimmbecken im Freizeitpark für 2,1 Millionen Euro, die Sanierung von Gemeindestraßen für 9,2 Millionen Euro und die Erneuerung der Wasser- und Abwasserrohre für 250 00 Euro - das sind einige der größten Investitionen, die die Gemeinde Grünwald aus ihrem Haushalt 2019 finanziert. 2,7 Millionen Euro fließen außerdem in die Erdwärme Unterhaching, an der man mehrheitlich beteiligt ist und 300 000 Euro in die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik. Der Gemeinderat hat dem Haushalt für 2019 am Dienstagabend zugestimmt.

"Ein riesiges Gesamthaushaltsvolumen" nannte Kämmerer Raimund Bader den Betrag von 241,7 Millionen Euro, bestehend aus 218,4 Millionen im Verwaltungshaushalt und 23,3 Millionen im Vermögenshaushalt. Als größte Einnahmen werden etwa 170 Millionen an Gewerbesteuer, etwa zehn Millionen Einkommenssteuer sowie 8,5 Millionen Euro Umsatzsteuer erwartet. Im Verwaltungshaushalt bleibt ein Überschuss gegenüber den Ausgaben von 10,8 Millionen, der in den Vermögenshaushalt überführt wird. Die größte Ausgabe bleibt auch 2019 die Kreisumlage, obwohl sie im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist und heuer etwa 105 Millionen Euro beträgt. Die Gewerbesteuerumlage beträgt 46 Millionen Euro.

Raimund Bader war stolz, wie jedes Jahr verkünden zu können, dass alle Hebesätze unverändert bleiben, die Pro-Kopf-Verschuldung gleich null ist, es keine Gebührenerhöhungen geben wird, dass vielmehr die Kanalgebühren sogar von 1,20 Euro pro Kubikmeter auf 0,94 Euro pro Kubikmeter gesenkt wurden. Natürlich nimmt die Gemeinde auch 2019 keine Kredite auf, wie es bereits seit 2003 der Fall ist, also seit Raimund Bader Kämmerer ist. Die Investitionen seien "nachhaltig und zukunftsweisend".

Lob für das gute Wirtschaften kam aus allen Fraktionen des Grünwalder Gemeinderats, allein die Parteifreien wollten dem Haushalt nicht zustimmen. Zum einen kritisierten sie erneut die Beteiligung an der Geothermie Unterhaching, zum anderen zu hohe Berater- und Anwaltskosten. Michael Ritz (FDP) nannte Grünwald "das finanzielle Rückgrat des Landkreises München", erneuerte aber auch seine Kritik an der Investition in Unterhaching. Die Erdwärme an sich sei sehr sinnvoll, aber in einer Nachbargemeinde in ein defizitäres Unternehmen zu investieren eben nicht. Unter anderem Christine Paeschke, CSU, widersprach ihm: Warum solle man nicht in ein ökologisch sinnvolles Unternehmen investieren, gerade angesichts der schlechten Zinsen zur Zeit. Langfristig werde sich diese Investition in die Umwelt sicher auszahlen.

© SZ vom 03.06.2019
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