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Grünwald:Die neue Pumpe läuft rund

Erdwärme Grünwald meldet reibungslosen Austausch

Circa 13 Milliarden Liter Wasser hatte die Tiefenpumpe seit ihrem Einbau im April 2016 vier Kilometer unter der Erde nach oben gefördert und damit die Fernwärmeproduktion der Erdwärme Grünwald (EWG) am Laufen gehalten. Erst jetzt, 42 Monate danach, hat sie ihren Geist aufgegeben und musste durch eine neue ersetzt werden. Seit vergangenem Samstagabend verrichtet diese ihren Dienst in Laufzorn. Dass die Fernwärmekunden vom Ausfall der Pumpe und der damit einhergehenden Förderpause von acht Tagen nichts bemerkt haben, liegt in erster Linie an der Zusammenarbeit mit dem Geothermie-Partner in Unterhaching, von denen die Grünwalder regenerative Wärme bezogen. Die Versorgungssicherheit für die Grünwalder Haushalte, Unternehmen, Schulen und Kindergärten sei zu jeder Zeit gegeben gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung der EWG.

Dreieinhalb Jahre lang war die Pumpe im Dauerbetrieb reibungslos gelaufen, und das bei einer Schüttungsmenge von 120 Litern pro Sekunde und einer Temperatur von etwa 127 Grad Celsius. Sie habe Steherqualitäten bewiesen und mit 42 Monaten ununterbrochener Förderung einen Rekord im Bereich der Tiefengeothermie aufgestellt, würdigt EWG-Sprecher Andreas Schneider die Leistung der in 780 Metern platzierten Tauchkreiselpumpe, die mit Motor circa 25 Meter lang ist und eine maximale elektrische Leistung von 1300 Kilowatt schafft. Ihr Austausch war notwendig geworden, nachdem sie am 27. September plötzlich weitere Dienste verweigert hatte. Grund für ihren Ausfall war nach Darstellung Schneiders ein sogenannter Erdschluss, weil das Stromkabel in die Tiefe über die lange Zeit von 42 Monate an Isolationswerten verloren hatte und somit eine Verbindung des Stromkreises mit der Erde eintrat.

Sofort habe die EWG den Ausbau der defekten Pumpe veranlasst und den Einbau eines komplett neuen Sets, bestehend aus Motoren, Pumpe, Kabel, die bereits vorsorglich unter anderem in der EWG-Pumpengarage in Laufzorn lagerten. Acht Tage lang habe dann Hochbetrieb in Laufzorn geherrscht. Erst richteten die Arbeiter der von der EWG beauftragten Spezialunternehmen die Baustelle ein, demontierten dann den Rohrbogen, holten Rohr für Rohr aus der Tiefe, bis sie die in rund 780 Metern Tiefe hängenden Motoren und die Pumpe erreichten. Diese bauten sie dann aus, montierten die neue Pumpe an gleicher Stelle und schoben dann wieder Rohr für Rohr nach, bis die exakte Einbautiefe erreicht war, erklärt Schneider die Aktion. "Die Männer haben einfach einen klasse Job gemacht", sagt EWG-Geschäftsführer Andreas Lederle.