Der voraussichtlich kommendes Jahr beginnende Neubau der Brücke der B304 über die A99 hat bei den Grünen in Haar, Grasbrunn und Vaterstetten offenbar die Hoffnung geweckt, eines ihrer Lieblingsprojekte zurück auf die Agenda zu bringen. Die Rede ist vom sogenannten „schnellen Radweg“ entlang der Bahn – einem Vorhaben, das seit mehr als vier Jahren in den drei Kommunen immer wieder in den politischen Gremien auftaucht.
Erstmals im Frühjahr 2021 stellten die Grünen ihre Idee vor, zwischen Haar, Grasbrunn und Vaterstetten, eventuell weiter bis Zorneding, den Wirtschaftsweg an der Bahnlinie zum Fahrradweg auszubauen. Zwar gab es von Anfang an auch Kritik an dem Vorhaben, etwa wegen der hohen Kosten, der Flächenversiegelung und weil der Verlauf kaum Verbindungen zu den großen Siedlungsgebieten der drei Kommunen hätte.
Dennoch gab es in den Gremien zunächst grünes Licht, da man hoffte, ein Förderprogramm anzapfen zu können, das bis zu 80 Prozent der Kosten übernehmen könnte. Ende 2023 schien das Vorhaben dann aber beendet, bevor es richtig begonnen hatte: Die Deutsche Bahn teilte mit, es sei unklar, ob man die Flächen entlang der Gleise überhaupt zur Verfügung stellen könne. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Vergleichsweise neu ist nun aber, dass die Autobahn GmbH des Bundes die Brücke der B304 über die A99 bei Grasbrunn abreißen und neu errichten muss, weil das Bauwerk marode ist. Dazu, so wurde vor gut einem Monat bekannt, wird von Mitte kommenden Jahres an zunächst eine Behelfsbrücke errichtet, aber nur für den Autoverkehr. Der Radweg über die A99 könnte bereits von diesem Herbst an gesperrt werden, wenn der Bau der Behelfsbrücke beginnt.

Mobilität:Deutsche Bahn bremst bei schnellem Radweg
Die Planungen für eine durchgehende Trasse von Ebersberg bis München entlang der Gleise sind weit gediehen, doch jetzt prüft der Konzern, ob er überhaupt Grund abgeben kann.
Fahrradfahrer zwischen Grasbrunn und Vaterstetten einerseits und Haar andererseits, müssten dann einen anderen Weg wählen – und der würde wohl ohnehin über die knapp 400 Meter Luftlinie entfernte Fuß- und Radwegbrücke neben der Bahnstrecke verlaufen. Für die Grünen eine Steilvorlage: Sie fordern, dass auch auf der Behelfsbrücke ein Radweg entstehen und für die Zeit bis dahin „der Radweg an der S-Bahn ertüchtigt werden“ muss. Und zwar „insbesondere auf Grasbrunner Flur“ – das wäre im Wesentlichen der Bereich, dessen Ausbau auch für den „Schnellen Radweg“ immer priorisiert worden war.
Ansonsten fordern die drei Grünen Ortsverbände noch mehr Informationen zu den Baumaßnahmen, sowie Rücksichtnahme auf den Bannwald im Bereich der geplanten Behelfsbrücke, außerdem geeigneten Lärmschutz für die umliegenden Wohngebiete.

