EnergiewendeGrasbrunn will eigenes Geothermieprojekt starten

Lesezeit: 2 Min.

Grasbrunns scheidender Bürgermeister Klaus Korneder hofft auf eine baldige Bohrung im Höhenkirchner Forst.
Grasbrunns scheidender Bürgermeister Klaus Korneder hofft auf eine baldige Bohrung im Höhenkirchner Forst. Stephan Rumpf
  • Grasbrunn hat sich die Rechte für ein weiteres Geothermiekraftwerk im Höhenkirchner Forst gesichert, um eine nachhaltige Wärmeversorgung für sich und Nachbarkommunen zu entwickeln.
  • Die Gemeinde ist bereits Partner im Geothermieprojekt Vaterstetten, wo ab 2028 Wärme geliefert werden soll und plant nun eine zusätzliche Bohrung im eigenen Claim.
  • Als nächste Schritte sind die Gewinnung von Partnerkommunen, die Gründung einer Betreibergesellschaft und ein Förderantrag über das Bundesprogramm für effiziente Wärmenetze geplant.
Von der Redaktion überprüft

Dieser Text wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Die Gemeinde plant Wärmeversorgung für sich und Nachbarkommunen. Kooperationen und Netzbau sind Teil des Vorhabens.

Von Bernhard Lohr, Grasbrunn

Grasbrunn treibt den Ausbau einer geothermetischen Versorgung voran. Die Gemeinde hat sich den Claim „Höhenkirchner Forst“ gesichert und möchte mit Partnern prüfen, ob sich dort aus mehreren tausenden Metern Tiefe heißes Thermalwasser fördern lässt.  Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) erklärt in einer gemeinsam mit Sebastian Stüwe, Geschäftsführer der Grasbrunner Projektentwicklungs GmbH, verfassten Mitteilung, man habe den Schritt getan, „bevor andere die Rechte erworben hätten“.

Der frühzeitige Erwerb der Rechte schaffe Planungssicherheit für Investitionen und Kooperationen – etwa mit den Kommunen der Arge Wärmewende oder Energiegesellschaften, heißt es in der Mitteilung. Für den scheidenden Bürgermeister Korneder ist dieser Schritt auch eine Art Vermächtnis an seinen gewählten Nachfolger Sebastian Stüwe, der sich bereits im Rathaus intensiv um die Geothermie-Themen gekümmert hat und mit den Abläufen vertraut ist.

Grasbrunn ist bereits seit Längerem als Partner in der Arge Wärmewende am Geothermieprojekt in Vaterstetten beteiligt. Dort ist die Gemeinde aber nur eine von vier beteiligten Kommunen, und Vaterstetten hat als Standortgemeinde die Federführung. Nach aktuellem Zeitplan soll in diesen Wochen nahe der Autobahnraststätte Vaterstetten der Bohrplatz eingerichtet werden; die eigentliche Tiefenbohrung soll im Herbst beginnen. Von  2028 an könnte dann Wärme an Haushalte geliefert werden. Neben Grasbrunn sind auch Haar und Zorneding angeschlossen, die über Fernleitungen mit dem künftigen Kraftwerk verbunden werden sollen. Während in einigen Kommunen – etwa in Haar – der Ausbau des Wärmenetzes noch am Anfang steht, gibt es in Grasbrunn bereits Diskussionen darüber, wo die Anlage zur Einspeisung des Thermalwassers errichtet werden soll.

Klaus Korneder scheidet Ende April aus dem Amt und hat kurz davor mit seinem Nachfolger die Weichen für eine nachhaltige Wärmeversorgung gestellt.
Klaus Korneder scheidet Ende April aus dem Amt und hat kurz davor mit seinem Nachfolger die Weichen für eine nachhaltige Wärmeversorgung gestellt. Claus Schunk

Mit seinem neuen Claim erweitert Grasbrunn sein Potenzial für eine geothermische Wärmeversorgung deutlich und übernimmt eine aktive Rolle in der Region. Das Rathaus plant unter Einbindung der Expertise des künftigen Bürgermeisters Sebastian Stüwe eine zusätzliche Bohrung im Höhenkirchner Forst, der zum Teil auf Grasbrunner Gemeindegebiet liegt. Dort, so heißt es, könnte eine weitere nachhaltige und klimafreundliche Wärmequelle für Grasbrunn und die umliegenden Gemeinden erschlossen werden.

Als nächstes will die Gemeinde potenzielle Partnerkommunen gewinnen. Anschließend soll die geeignete Rechtsform für eine gemeinsame Betreibergesellschaft festgelegt werden. Erst dann kann ein Förderantrag über das Bundesprogramm für effiziente Wärmenetze gestellt werden – und im Erfolgsfall die eigentliche Bohrung vorbereitet werden.

Die Erlaubnis gilt nach Angaben des Rathauses zunächst bis Oktober 2030 und kann verlängert werden, sofern bis August 2030 mit dem Bau eines Bohrplatzes begonnen wird. Mit dem Claim erhält die Gemeinde die Möglichkeit, das Potenzial von Erdwärme in der Region zu prüfen. Geologische Studien, Standortanalysen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen sollen die Basis für mögliche Bohrungen bilden. Vorgesehen sind außerdem Tests zur Ergiebigkeit der Erdwärme, Sicherheitsmaßnahmen wie seismisches Monitoring und ein begleitender Bürgerdialog, um die Bevölkerung frühzeitig einzubeziehen und Fragen zu klären.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Energiewende made in Pullach
:Wie sich eine Gemeinde unabhängig von Öl und Gas macht

Während die Preise für fossile Brennstoffe auf immer neue Rekordstände klettern, hält die Geothermie-Gesellschaft in dem Münchner Vorort ihre Kosten stabil. Und die Vorbereitungen für weitere Bohrungen laufen bereits. Am Ende will man 100 000 Abnehmer mit klimafreundlicher Erdwärme versorgen.

SZ PlusVon Bernhard Lohr

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: