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Grasbrunn:Der lange Weg zum Radweg

Isartalbahnweg in München, 2013

Das Radwegenetz rund um die Gemeinde Grasbrunn soll verbessert werden.

(Foto: Claus Schunk)

In einer Petition fordern 691 Bürger eine Verbesserung der Verbindungen in und um Grasbrunn. Die Verwaltung prüft verschiedene Möglichkeiten. Doch geeignete Flächen zu finden, gestaltet sich schwierig.

In Grasbrunn wünschen sich viele Menschen neue schöne Radwege. Weil das Thema seit Jahren im Gemeinderat "nur" debattiert wurde und nichts Konkretes dabei raus kam, griffen Sandra Schwarzmann und Sylke Würmeling jetzt zu einem anderen Mittel - denn sie sind unzufrieden und wollen endlich neue Radwege.

Sie haben eine Petition gestartet und in zwei Monaten 691 Unterschriften gesammelt. Diese liegen jetzt bei Grasbrunns Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) auf dem Schreibtisch. In der Petition fordern die Initiatorinnen, dass die Fahrradwege zwischen den Gemeindeteilen Harthausen, Grasbrunn, Neukeferloh und Keferloh neu- oder ausgebaut werden sollen.

Die Gemeindeverwaltung prüft zwei Varianten für Radwege

Die bestehenden Wege seien für Familien mit Kindern und für Jugendliche größtenteils nicht nutzbar. Schwarzmann und Würmeling kritisieren, die Wege seien "schlecht ausgebaut", es gebe "keine Laternen" und teilweise verliefen die offiziellen Radwege auf "unüberschaubaren" Kreisstraßen.

Dass in Grasbrunn bisher beim Bau eines neuen Radwegenetzes wenig voran ging, liegt einerseits daran, dass es keine passenden Flächen gibt - denn viele müssten von privaten Grundstücksbesitzern gekauft werden -, anderseits weil eine Streckenführung quer durch den gemeindlichen Wald nicht unbedingt gewollt ist.

Den beiden Initiatorinnen der Petition, Schwarzmann und Würmeling, reicht das Reden nicht mehr. Sie wollen, dass jetzt "mit der dementsprechenden Dringlichkeit" eine Lösung gefunden wird. Bürgermeister Korneder sagt: "Wir sind an dem Thema dran", das Ganze könne sich aber weiter hinziehen. Die Verwaltung prüft aktuell konkrete Alternativen zwischen Grasbrunn und Neukeferloh.

Radeln an der Kreisstraße oder über den Gemeindeweg?

Die erste Variante eines neuen Radweges dort würde entlang der Kreisstraße M 25 verlaufen, wurde aber schon wieder von der Verwaltung verworfen. Die Verhandlungen mit den Grundstückbesitzern entlang der Kreisstraße sind dem Bürgermeister zufolge festgefahren. "Wir haben viele Gespräche geführt", sagt Korneder. Ob diese an den Kosten für die Grundstücke scheiterten, verrät Korneder nicht. Im Gemeinderat habe der Radweg derweil sowieso eine Absage bekommen.

Deshalb prüfe die Verwaltung jetzt eine ganz neue Variante. Diese führt entlang des Schwabener- und Neukeferloher Wegs. Dort verlaufe bereits eine enge Schotterstraße, ein Verbindungsweg von Grasbrunn zum Neukeferloher Friedhof, welcher der Gemeinde gehört. Der Weg sei derzeit zu schmal für einen Radweg und müsste verbreitert werden, sagt Korneder. Grundsätzlich ist diese Alternative aber aus Sicht des Bürgermeistes gut.

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Der Weg wäre hier einige hundert Meter von der Bundesstraße entfernt und würde nicht direkt im Wald verlaufen. Ein Radweg an dieser Stelle würde nach einer ersten groben Schätzung rund 400 000 Euro kosten, welche die Gemeinde selbst bezahlen müsste. Anders wäre es bei der Variante entlang der Kreisstraße; dann nämlich müsste der Landkreis München die Kosten tragen.

Wer sich der Petition annimmt, ist noch unklar

Ob es die Petition als Tagesordnungspunkt in eine Gemeinderatssitzung schafft, ist noch offen. "Ich werde es dem Gremium mitteilen", sagt Korneder. Er will sich mit dem Anliegen auf jeden Fall beschäftigen, auch wenn er sich nicht ganz sicher ist, ob die Grasbrunner Verwaltung der richtige Adressat sei. Weil sich die Petition auch auf die Kreisstraße M 25 beziehe und dann nämlich der Kreistag das passendere Gremium wäre.

Die Initiatorinnen der Petition, Sandra Schwarzmann und Sylke Würmeling, warten indes gespannt, ob sich etwas beim Radwegenetz in Grasbrunn verändert - in der Zwischenzeit können sie nur weiter auf Besserung hoffen.