MehrgenerationenhausNeues Wohnprojekt in Gräfelfing setzt auf Gemeinschaft

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Wer sich sozial engagiert oder seit Langem in Gräfelfing wohnt, hat gute Chancen, in eine der Wohnungen im Mehrgenerationenprojekt an der Stefanusstraße einziehen zu dürfen.
Wer sich sozial engagiert oder seit Langem in Gräfelfing wohnt, hat gute Chancen, in eine der Wohnungen im Mehrgenerationenprojekt an der Stefanusstraße einziehen zu dürfen. Visualisierung: bogevischs buero architektur & stadtplanung GmbH
  • In Gräfelfing entstehen 24 Wohnungen und 14 Wohnplätze in Cluster-Wohnungen zu bezahlbaren Preisen in einem gemeinschaftsorientierten Mehrgenerationenprojekt.
  • Bei der Vergabe werden Menschen bevorzugt, die sich sozial engagieren, lange in Gräfelfing wohnen oder in systemrelevanten Berufen arbeiten.
  • Das Wohnprojekt an der Stefanusstraße soll in etwa zwei Jahren bezugsfertig sein, der Mietpreis steht noch nicht fest.
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Mitten im Ort entstehen neue Wohnungen zu bezahlbaren Preisen. Bei der Vergabe setzt die Gemeinde auf Engagement, Teamfähigkeit und Zusammenhalt.

Von Annette Jäger, Gräfelfing

Wer darf ins neue gemeinschaftsorientierte Wohnprojekt in Gräfelfing einziehen? Es ist die Frage, die viele Menschen im Ort schon lange umtreibt. Denn für die Wohnungen, die in attraktiver Architektur mitten im Ort und in unmittelbarer Nähe zur Würm entstehen und zu bezahlbaren Mietpreisen vergeben werden sollen, wird es mutmaßlich mehr Bewerber geben, als Einheiten zur Verfügung stehen. Am Dienstag hat der Gräfelfinger Hauptausschuss die Vergabekriterien beschlossen. Eine Kernkompetenz müssen Bewerber unbedingt mitbringen: Teamfähigkeit.

In etwa zwei Jahren soll das Wohnprojekt auf dem Grundstück der ehemaligen Doemens-Brauakademie an der Stefanusstraße bezugsfertig sein. Neben 24 Wohnungen sind zwei Cluster-Wohnungen mit insgesamt 14 Wohnplätzen geplant, die wie Wohngemeinschaften funktionieren. Ziel ist ein lebendiges Mehrgenerationenhaus, in dem Menschen unterschiedlicher Altersgruppen, Einkommensverhältnisse und sozialer Hintergründe zusammenleben. Die Bewohner und Bewohnerinnen teilen sich Gästezimmer und Gemeinschaftsräume, erledigen die Gartenarbeit gemeinsam und sollen sich in das Projekt einbringen. Dafür brauche es eine „tragfähige Gemeinschaft“, sagte Bürgermeister Peter Köstler (CSU).

Eine Arbeitsgruppe hat die Kriterien für die Wohnungsvergabe erarbeitet. Daran beteiligt waren unter anderem Mitglieder des Vereins Alte Brauakademie, der bereits am Konzept des Wohnprojekts mitgearbeitet hat. Beratend eingebunden war zudem die Initiative Stattbau München GmbH, die gemeinschaftliche Wohnprojekte in München und der Region unterstützt. Über die Wohnungsbelegung wird der Hauptausschuss des Gemeinderats entscheiden, ein vorgeschaltetes Gremium wird eine Vorauswahl treffen.

Bei der Erstbelegung setzt sich dies aus dem Bürgermeister, einem Verwaltungsmitarbeiter sowie Vertretern der Alten Brauakademie und der Gemeindebau Gräfelfing zusammen, die das Projekt als Bauherr umsetzt. Später werden Mitglieder der Hausgemeinschaft über die Nachbelegung mitentscheiden. Die Zimmer der Cluster-Wohnungen werden über einen eigenen Verein vergeben.

Neben einer schriftlichen Bewerbung gibt es Einzelgespräche

Möglichst bald soll gut die Hälfte der Wohnungen und Zimmer in den Cluster-Wohnungen an eine „Kerngruppe“ vergeben werden, sagte Bürgermeister Köstler. Die Personen sollen sich bereits aktiv im Verein Alte Brauakademie betätigen oder anderweitig gemeinwohlorientiert in der Kommune engagieren. Erwartet wird, dass sie den Kern der Hausgemeinschaft bilden, den Aufbau des Projekts begleiten und sich frühzeitig um ein gutes Miteinander im Quartier kümmern.

Wer schon lange in Gräfelfing wohnt oder aufgewachsen ist, im Ort arbeitet, sich ehrenamtlich engagiert oder enge soziale Bindungen hat und Teil des Gemeindelebens ist, bringt wichtige Voraussetzungen mit, in den Kreis der Auserwählten zu gelangen. Explizit sollen Menschen, die etwa in der Kinderbetreuung arbeiten, der Pflege, bei der Polizei oder Rettungsdiensten eine Chance erhalten, im Ort zu bezahlbaren Preisen zu wohnen. Außerdem sollen Menschen in schwierigen Lebenssituationen berücksichtigt werden, die etwa vom Verlust ihres Wohnraums bedroht sind oder eine barrierefreie Wohnung benötigen.

Nach einer schriftlichen Bewerbung wird es jeweils Einzelgespräche geben. Noch offen ist der Mietpreis. Da der Bau noch nicht begonnen hat, ist es Köstler zufolge schwierig, diesen zu kalkulieren. Denkbar sei, bei der Ermittlung des Mietpreises das jeweilige Einkommen zu berücksichtigen. Die Gemeinde will den Start der Bewerbungsrunde zeitnah öffentlich bekannt geben.

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