Gräfelfing:Der Gemeinderat muss ausziehen

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Gräfelfing: Das Gräfelfinger Rathaus wurde im Stil des Brutalismus errichtet und steht unter Denkmalschutz.

Das Gräfelfinger Rathaus wurde im Stil des Brutalismus errichtet und steht unter Denkmalschutz.

(Foto: Catherina Hess)

Während der Sanierung des Rathausdachs steht der Sitzungssaal nicht zur Verfügung.

Von Annette Jäger, Gräfelfing

Das Gräfelfinger Rathaus ist seit Monaten eine Großbaustelle - und das wird auch im kommenden Jahr noch so bleiben. Am Dienstag hat der Gemeinderat den zweiten Bauabschnitt der umfassenden energetischen und technischen Sanierung in Auftrag gegeben. Die aufwendigste Maßnahme wird 2022 die Dachsanierung sein.

Das Gräfelfinger Rathaus, Baujahr 1967, steht als Zeugnis des Brutalismus inzwischen unter Denkmalschutz. Eine Tatsache, über die Bürgermeister Peter Köstler (CSU) nicht immer glücklich ist, wie er offen zugibt. Die Auflagen machten die Sanierungsmaßnahmen zum Teil umständlich. Am Dach muss auch die Regenentwässerung erneuert werden. Um die Rohre auszutauschen und dabei gleichzeitig die Bausubstanz zu schonen, müssen die Decken geöffnet und die Büros samt Sitzungsaal im zweiten Obergeschoss für Monate ausquartiert werden. So lange die Sanierung des Bürgerhauses noch nicht begonnen hat, werden die Sitzungen dort stattfinden.

Rund 3,3 Millionen Euro sind für den zweiten Bauabschnitt angesetzt, bei dem auch umfangreiche Brandschutzmaßnahmen erfolgen. Zudem wird auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert. Der erzeugte Strom werde zu 100 Prozent für die Energieversorgung des Rathauses eingesetzt, so Köstler. Verbrauchsspitzen werde die Anlage jedoch nicht decken, dann werde Strom aus dem allgemeinen Netz entnommen. An Wochenenden, wenn weniger Energie im Rathaus benötigt wird, wird laut Köstler zum Teil Strom ins Netz gespeist werden können. Im zweiten Bauabschnitt wird auch der Sitzungssaal mit einem Lüftungs- und Kühlsystem ausgestattet. Mehr als ein halbes Jahr lang werden die Bauarbeiten dauern, sie sind für die Zeit zwischen April und November 2022 angesetzt. Das Rathaus soll in der Zeit weiter in Betrieb bleiben.

Ein großer Teil der Sanierung ist schon geschafft: Im ersten Bauabschnitt, der rund 1,2 Millionen Euro gekostet hat und der gerade fertiggestellt wurde, wurden sämtliche Fenster des Rathauses samt Verglasung, Rahmen und Jalousien erneuert. Außerdem wurde ein barrierefreier Lift eingebaut. Dafür wurde der Schacht des bestehenden Aufzugs erweitert. Es ist die erste umfassende Sanierung seit Fertigstellung des Rathauses vor mehr als 50 Jahren.

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