Feiern im Sommer:Der Duft der Freiheit

Lesezeit: 2 min

Feiern im Sommer: Tausende verbreiten beim Gräfelfinger Kulturfestival reine Woodstock-Atmosphäre.

Tausende verbreiten beim Gräfelfinger Kulturfestival reine Woodstock-Atmosphäre.

(Foto: Robert Haas)

Tausende strömen zum Kulturfestival nach Gräfelfing und feiern so unbeschwert wie vor der Pandemie. In Ottobrunn wird im Rosengarten das bunte Kultur-Sommerfest zelebriert.

Von Annette Jäger, Martin Mühlfenzl und Rainer Rutz, Ottobrunn/Gräfelfing

Was müssen die Menschen diese Atmosphäre in den vergangenen beiden Jahren vermisst haben - das Gedränge, das laute Lachen und Mitsingen, die pure Freude. Und eigentlich fühlt es sich so an wie immer, so unbeschwert wie vor dieser Pandemie.

Und so war es auch in Gräfelfing eigentlich genau so, als hätte es Corona nie gegeben, als wäre dieses Virus längst Geschichte: Tausende pilgerten an den letzten Tagen des Juli in den Paul-Diehl-Park in der Würmtalgemeinde, ein buntes Durcheinander aller Generationen, Kinder vor allem, viele Hunde, ein paar Hippies. Und darüber die berühmte Melange aus Grilldüften, Bierdünsten, Zigarettenrauch und manchmal eine kleine Ahnung von Marihuana, heuer eher süßlich, weil der Duft vermutlich aus E-Zigaretten kam. Steigt man hunderte von Metern von Lochham kommend in den Park ein, braucht man keinen Wegweiser: Es ist der unvergleichliche Duft dieses Festivals, der den Weg weist. Und manchmal vielleicht eine aufjaulende Gitarre oder ein wummernder Bass.

Feiern im Sommer: Der Sommer kann so unbeschwert sein - für Jung und Alt.

Der Sommer kann so unbeschwert sein - für Jung und Alt.

(Foto: Robert Haas)

Ein wenig übertrieben wurde natürlich auch heuer wieder vom "Würmtal-Woodstock" gesprochen, aber sei es drum: Gräfelfing jedenfalls hatte sein Jahrzehnte altes Kulturfestival wieder und alles war paletti. Es gab ein paar Neuigkeiten, das DJ-Zelt zum Beispiel, den Jüngeren geschuldet. Und überhaupt scheint sich ein Generationenwechsel anzubahnen: Die Jugend dominiert eindeutig, die Älteren ziehen sich an die Biertische zurück und wärmen alte Zeiten auf. Ein wenig Reggae-Rap-Ska der Band Shanti Powa kam aus der einen Ecke, später dann Michael Hornsteins Saxophon-Jazz, am Samstag dann viel Lateinamerikanisches und nachts endlich solider Rock mit Jett Rebel, bevor vor Mitternacht die Bigband Dachau alles niederwalzte und noch einmal für Stimmung sorgte.

Feiern im Sommer: Xavier Polycarpe heizt dem Publikum in Gräfelfing ein.

Xavier Polycarpe heizt dem Publikum in Gräfelfing ein.

(Foto: Robert Haas)

Ein riesiges Schachbrett war aufgebaut, Amnesty hatte seinen gewohnten Stand, vor den Ausschank-Stellen und an den Ess-Buden bildeten sich lange Schlangen und sogar Veganes war zu haben. Man traf alte Bekannte und lernte neue Nachbarn kennen. Polizei und Sanitätsdienste hatten wenig zu tun und genossen die friedliche Stimmung. Etwa 30 000 Leute sollen da gewesen sein. Schon am ersten Tag so viele wie nie, freute sich Simon Zilker, der Vorsitzende des Festivalvereins. In zwei Jahren trifft man sich wieder.

Feiern im Sommer: Die "Sonnenflammen" verschönern den Ottobrunner Rosengarten beim Kultur-Sommerfest mit Seifenblasen.

Die "Sonnenflammen" verschönern den Ottobrunner Rosengarten beim Kultur-Sommerfest mit Seifenblasen.

(Foto: Claus Schunk)

Doch nicht nur in Gräfelfing wurde am Wochenende ausgiebig gefeiert. Auch in den Rosengarten des Wolf-Ferrari-Hauses zog es am Samstagabend hunderte Feierlaunige - und das war ein ganz besonderes Zeichen, waren doch die Rat- und Bürgerhäuser in den Hochphasen der Pandemie Sinnbilder der Trostlosigkeit. Umso größer war die Freude beim 33. Ottobrunner Kultur-Sommerfest, der auch ein kleiner Regenschauer nichts anhaben konnte. Traditionelle und und moderne Rhythmen von "Drumadama" eröffneten schon am Nachmittag das kleine Festival, das sich dann bis Mitternacht hinzog.

Feiern im Sommer: Mit ihren Tanzeinlagen begeistern die "PinUpColodas".

Mit ihren Tanzeinlagen begeistern die "PinUpColodas".

(Foto: Claus Schunk)

Unzählige Einlagen und Auftritte bereicherten den Kultursommer von Akkordeon-Klängen bis hin zu Rock und bayerischem Kabarett. Und auch die "PinUpColadas" mit ihrer Tanzshow der Zwanziger- bis Vierzigerjahre durften nicht fehlen.

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