Hutewälder waren einst lichte Waldstücke mit Eichen, Hainbuchen, Wildapfelbäumen und Rotbuchen, dazwischen viel Wiese. Die Bauern trieben im Frühjahr Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen in den Wald, um sie dort zu grasen zu lassen, und im Herbst Eicheln und Bucheckern zu fressen. Solche Wälder gibt es eigentlich nicht mehr. Doch die Ortsgruppe Würmtal-Nord des Bund Naturschutz lässt in Gräfelfing einen Hutewald als Rekonstruktion wieder aufleben. Am Tag des Baumes, am Samstag, 25. April, ist die feierliche Eröffnung.
Im Winter wurden in dem etwa drei Hektar großen Waldstück neben dem Biergarten Waldheim 20 sogenannte Habitatbäume, in erster Linie größere Eichen, „achtsam freigestellt“, heißt es in einer Mitteilung des Bund Naturschutz. Vor allem Fichten, aber auch Birken und Kiefern wurden gefällt und mit Pferden bodenschonend aus dem Wald gezogen. Die Eichen haben auf diese Weise mehr Raum und Licht bekommen, können sich besser entwickeln und vermehren. Denn auch der Nachwuchs ist wichtig und soll gefördert werden.
Der Hutewald ist ein umfassendes Naturschutzprojekt. Benjeshecken dienen Vögeln und Kleintieren als Unterschlupf, Totholz wird von Pilzen und Bakterien abgebaut und dient Insekten als Lebensraum. So sollen der Artenreichtum und die Biodiversität auf dem Gelände vorangetrieben werden. Ein Ziel ist es auch, eine grüne Brücke zum benachbarten Hutewald in Maria-Eich zu schlagen, um den dort vorkommenden seltenen und streng geschützten Käferarten weiteren Lebensraum anzubieten.
Finanziert wurde der erste Projektabschnitt mithilfe der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts München. Auf dem Gelände, dass dem Evangelischen Handwerkerverein gehört, ist auch der Landesbund für Vogelschutz seit Jahren aktiv und betreibt dort Biotoppflege. Eröffnung ist am Samstag um 14.30 Uhr.

