Nachhaltigkeit:Gräfelfing verdoppelt Energiespar-Förderung

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Nachhaltigkeit: Ein Großteil der Förderanträge betrifft Photovoltaikanlagen.

Ein Großteil der Förderanträge betrifft Photovoltaikanlagen.

(Foto: Marijan Murat/dpa)

Die Gemeinde reagiert auf die gestiegene Nachfrage und will künftig auch Zuschüsse für Reparaturen von Elektrogeräten gewähren.

Von Annette Jäger, Gräfelfing

Die Gemeinde Gräfelfing krempelt ihr Energiespar-Förderprogramm für das kommende Jahr um und passt es damit an die aktuelle Versorgungssituation und die gestiegene Nachfrage an. So wird die Gesamtsumme an Fördermitteln mehr als verdoppelt. Außerdem wagen die Gräfelfinger ein Experiment und bezuschussen künftig auch Reparaturen von Elektrogeräten, um Ressourcen zu sparen.

Die Pandemie und der Ukrainekrieg hätten zu einem sprunghaften Anstieg der Förderanträge geführt, sagte Lydia Brook vom Umweltamt im Umweltausschuss. Während im Jahr 2018 gerade mal 20 Anträge auf Fördermittel gestellt wurden, waren es im Jahr 2021 148 Anträge. Fast 152 000 Euro an Zuschüssen hat die Gemeinde 2021 ausgezahlt, im Jahr 2018 waren es nur rund 18 000 Euro. Ein Großteil der Anträge - 86 Prozent - betrifft die Förderung von Photovoltaikanlagen. Um die Umrüstung auf klimafreundliche Energieversorgung in der Gemeinde noch mehr fördern zu können, erhöhte der Ausschuss das Gesamtfördervolumen auf 250 000 Euro pro Jahr.

Für Pelletheizungen gibt es kein Geld mehr

Im neu aufgelegten Förderprogramm 2023 sollen künftig auch sogenannte Balkonkraftwerke gefördert werden, die Strom produzieren. Pro 600-Watt-Anlage gibt es pauschal 200 Euro. Auch Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen stehen ganz neu auf der Zuschussliste, für sie gibt es 250 Euro je Kilowattstunde, maximal 1500 Euro. Photovoltaikanlagen werden künftig nicht mehr prozentual, sondern mit 300 Euro je Kilowattpeak gefördert, maximal sind 2000 Euro abrufbar. Für Pelletheizungen, Brennstoffzellen und Maßnahmen zur Reduzierung des Stromverbrauchs gibt es künftig keine Förderung mehr.

Einen Anreiz, mehr auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung zu achten, soll der neue Reparaturbonus sein. Die Gemeinde will 20 Prozent der Reparaturkosten, maximal 100 Euro pro Reparatur eines Elektrogeräts bezahlen. Zwei Anträge pro Haushalt im Jahr sind erlaubt. Wer ein Gerät im Repair-Café von Ehrenamtlichen reparieren lässt, kann auch einen Zuschuss erhalten, maximal werden 50 Euro gewährt. Der Bonus wird für Küchen- und Haushalts-, IT- und Telekommunikations- wie auch Gartengeräte ausgezahlt. Spontan entschloss sich der Ausschuss, künftig auch Fahrradanhänger zu fördern, und zwar mit 20 Prozent der Anschaffungssumme, maximal 100 Euro.

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