Gräfelfing:Bücherei zieht erst am Jahresende um

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Die Sanierung des Bürgerhauses verschiebt sich und wird deutlich teurer.

Von Annette Jäger, Gräfelfing

Es dauert länger, es wird teurer - das sind gerade vielerorts die gängigen Ansagen bei laufenden Bauprojekten. Das gilt auch für das Bürgerhaus Gräfelfing, das von Grund auf saniert und komplett umgebaut wird. Die Bücherei soll nun doch nicht wie ursprünglich geplant bereits im Oktober ins ehemalige Doemens-Schulungsgebäude an der Stefanusstraße umziehen. Jetzt wird der Umzug erst Ende des Jahres stattfinden. Insgesamt kosten die Bauarbeiten am Bürgerhaus noch einmal rund 4,6 Millionen Euro mehr als geplant.

Grund für die Verzögerung ist zum einen die noch fehlende Baugenehmigung. Zum anderen wirkt sich der Ukraine-Krieg aus: Die Erfahrung zeige, dass die Firmen aufgrund von Liefer- und Materialengpässen entweder extrem teure Angebot vorlegen oder gar keine, schilderte Bauleiter Tobias Schöffel die Situation in der letzten Sitzung des Gemeinderats vor der Sommerpause am Dienstag. Ein längeres Ausschreibungsverfahren soll mehr Bearbeitungs- und Verhandlungsspielraum bieten. In dieser Zeit kann das Haus noch genutzt werden, weshalb der Büchereiumzug nun erst mal verschoben wurde. Die Arbeiten zum Abbruch von Gebäudeteilen beginnen voraussichtlich erst im Februar 2023. Erst Ende 2024 soll das Haus wieder als Veranstaltungsstätte und als Bücherei zu nutzen sein.

Auch bei den Baukosten wirkt sich der Ukraine-Krieg aus. Im Zeitraum zwischen Juli 2021 bis einschließlich September 2022 würden die Baukosten gemäß dem Baukostenindex um rund 30 Prozent steigen, gab ein Bauamtsmitarbeiter als Prognose ab. Hinzu kommen Mehrkosten, die sich durch die detailliertere Planung ergeben, unter anderem für den Brandschutz, mehr Fahrradabstellplätze oder eine Dachbegrünung der Tiefgarage. Insgesamt belaufen sich die Kosten nun auf 19,2 Millionen Euro brutto - zuvor war mit 14,6 Millionen Euro kalkuliert worden. Bei der Sanierung der Tiefgarage ergibt sich ebenfalls eine Preissteigerung. In Summe sind es nach der aktuellen Kalkulation 22,1 Millionen Euro, die in die Modernisierung des Bürgerhauses fließen. Der Gemeinderat stimmte der neuen Zeitschiene wie auch den Mehrkosten zu.

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