bedeckt München 24°

Die Ehrenbotschafterin:Aus Liebe zur Heimat

Ochmaa Göbel (unten) inmitten ihrer Kommilitonen.

(Foto: Claus Schunk)

Ochmaa Göbel, Frau von Landrat Christoph Göbel, knüpft Kontakte zur Nationaluniversität der Mongolei - dort hat sie selbst ihren ersten Abschluss gemacht

Ochmaa Göbel erscheint zu offiziellen Anlässen fast immer im Dirndl, mindestens aber mit einem Trachtenjanker bekleidet. Die Frau von Landrat Christoph Göbel (CSU) liebt die bayerische Tracht. Und sie liebt Bayern, wie sie gerne betont - ihre neue Heimat.

Die darf sie jetzt ganz offiziell nach außen vertreten: Als Ehrenbotschafterin des Sprachen- und Dolmetscher-Instituts München (SDI), das sie künftig in ihrem Geburtsland und ihrer "ersten Heimat", der Mongolei, repräsentiert. Es ist eine Ehre, die Ochmaa Göbel bei einem ganz besonderen Anlass verliehen worden ist - bei ihrer akademischen Abschlussfeier an der Hochschule für Angewandte Sprachen München, deren Träger das SDI ist.

An der Nationaluniversität der Mongolei hat sie ihren ersten Abschluss gemacht

Dort hat Göbel ihren Master in Interkultureller Moderation und Mehrsprachiger Kommunikation gemacht, der gleichbedeutend mit ihrem zweiten Universitätsabschluss ist; ehe sie ihren Mann Christoph im Jahr 2012 heiratetet und endgültig nach Deutschland zog hatte sie bereits erfolgreich ihr Germanistikstudium an der Nationaluniversität der Mongolei in der Hauptstadt Ulan-Bator abgeschlossen.

Statt einem Dirndl entschied sich Ochmaa Göbel bei der feierlichen Übergabe der Masterurkunde der Hochschule für Angewandte Sprachen also ganz bewusst für ihre mongolische Tracht, ein lilafarbener "Deel", so der traditionelle Name. Als sie die Urkunde aus den Händen von SDI-Präsident Felix Mayer und seinem Stellvertreter Florian Feuser entgegen nahm und Minuten später gemeinsam mit ihren Kommilitonen die Doktorhüte nach oben warf, wusste sie allerdings noch nicht, dass noch eine weitere Ehrung auf sie warten würde. "Ich war wirklich total überrascht. Niemand hat mir etwas davon erzählt", sagt Göbel und lacht. "Das war wirklich gelungen."

In Ulan-Bator wird sie selbst beim Dekan vorsprechen

Ihren neuen Ehrentitel will sie ernst nehmen und sich vor allem für die Zusammenarbeit eben jener beiden Hochschulen einsetzen, an denen sie selbst ihre Abschlüsse erworben hat - und sie will als kulturelles Bindeglied zwischen den beiden Kulturen agieren, die sie auch vertritt. "Ich habe schon beide Universitäten angefragt, wie eine künftige Zusammenarbeit aussehen soll", sagt Göbel. "Mein Ziel ist, dass bald viele deutsche Studenten für ein Praktikum oder gleich ein Semester nach Ulan-Bator gehen - und viele mongolische hierher nach München und den Landkreis."

Im persönlichen Gespräch mit dem Präsidenten der Nationaluniversität der Hauptstadt der Mongolei will sie schon in den kommenden Tagen über weitere Schritte sprechen - Ochmaa Göbel fliegt rechtzeitig zum mongolischen Neujahrsfest, das am 9. Februar beginnt, in ihre alte Heimat.

In ihrer neuen hat sie übrigens seit vergangenen August eine neue Aufgabe; da wurde sie am Landgericht I in München als gerichtlich bestellte Dolmetscherin vereidigt. "Ich bin viel unterwegs und das macht mir sehr viel Spaß", sagt die Mutter zweier kleiner Söhne. "Langweilig wir mir eh nicht."