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Garchinger Feuerwehr:Ein Showroom für die Oldies

Die Feuerwehr in Garching leidet derzeit unter Platzproblemen. Doch nun kommt der Zeitpunkt des geplanten Umzugs näher. Baubeginn des neuen Hauses könnte im Frühjahr 2020 sein.

(Foto: Catherina Hess)

Im neuen Feuerwehrhaus in Garching sollen neben den großen Löschfahrzeugen auch historische Vehikel genug Platz bekommen. Die Stadt plant zudem, das Gebäude mit fünf Wohnungen auszustatten.

Von Gudrun Passarge, Garching

Die Feuerwehrleute in Garching warten schon lange auf ein neues Haus, da das alte längst viel zu klein geworden ist.

Nun rückt der Baubeginn auf dem Areal, wo momentan noch der Postbank-Container steht, näher. Zusammen mit der Verwaltung hat die Feuerwehr ein Raumprogramm erarbeitet, das Einsparungen berücksichtigt, aber auch die Wünsche der Feuerwehr. "Wir können momentan gut damit leben", sagte Feuerwehrkommandant Christian Schweiger auf Nachfrage der SZ.

Allein 427 Einsätze listet die Feuerwehr für das vergangene Jahr auf, damit liegt sie seit drei Jahren schon über der 400er-Marke. Nicht nur die Zahl der Einsätze ist gestiegen, auch die Anzahl der Fahrzeuge ist größer geworden. Teils hätten sie die Oldtimer, wie etwa einen "Opel Blitz" von 1957, oder alte Kutschen schon ausgelagert, berichtet der Kommandant, denn dafür ist im Feuerwehrhaus am Hüterweg schon längst kein Platz mehr. Selbst der "Abrollbehälter Mulde" vom neuen Wechsellader, der dazu dient, Schüttgut oder nach Unfällen Ladungen abzutransportieren, ist in Dirnismaning bei einem Kollegen untergestellt, berichtet Schweiger. Insofern bringt das neue Haus, das auf dem 9500 Quadratmeter großen Grundstück entstehen soll, viele Verbesserungen. "Da können wir dann alles wieder zusammenführen", sagt Schweiger.

Ein 20 Meter hoher Übungsturm

Im Bauausschuss lobte die stellvertretende Bauamtsleiterin Olga Stein die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr. Gemeinsam habe man das Raumprogramm lange diskutiert und optimiert. Vorgesehen ist unter anderem auch ein 20 Meter hoher Übungsturm sowie verschiedene Werkstätten, einige Lagerräume, ein Aufenthaltsraum mit Küche und Kühlraum sowie diverse Büros, Schulungsräume, Umkleiden und ein Fitnessraum. Die historischen Fahrzeuge bekommen einen eigenen Showroom.

Außerdem plant die Stadt auch fünf Wohnungen mit ein, vom Apartment bis zur 90-Quadratmeter-Wohnung mit vier Zimmern. Stein erläuterte, für das 12-Millionen-Euro-Projekt rechne die Stadt mit Zuschüssen von circa 1,4 Millionen Euro. Sie wies außerdem darauf hin, dass beim Preisgericht ein Sachverständiger dabei sei, der die Kosten überprüfe.

Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) nannte die Planung "zukunftsorientiert mit Bodenhaftung". Auch der Zeitplan sei nun schon absehbar, Baubeginn könnte im Frühjahr 2020 sein, aber möglicherweise könne man den Ablauf auch ein bisschen beschleunigen, meinte Gruchmann. Florian Baierl, Fraktionssprecher der Unabhängigen Garchinger und selbst seit Jahrzehnten bei der Feuerwehr, sprach von einem ausgewogenen Konzept.

Er wollte wissen, ob die Wohnungen auch Kellerräume hätten. Das konnte Olga Stein nicht beantworten, "es ist entwurfsoffen, ob das Haus unterkellert ist". Was sich Baierl jedoch noch gewünscht hätte, wären zusätzliche Bereitschaftsräume, wie sie bei manchen Feuerwehren bereits zu finden seien. Schweiger verwies in dem Zusammenhang darauf, dass es immer schwieriger werde, tagsüber oder auch in der Nacht genügend Aktive für die Einsätze zu rekrutieren.

In den zusätzlichen Räumen könnten sich dann Haupt- und Ehrenamtliche während des Bereitschaftsdienst aufhalten und auf die Einsätze warten. Garching mit seinen 118 Aktiven habe dieses Problem jedoch momentan nicht.

Hans-Peter Adolf, Sprecher der Grünen, steuerte noch den Wunsch nach einer Fotovoltaikanlage bei. Stimmt der Stadtrat den Planungen zu, könnte die Auslobung des Wettbewerbs erfolgen und im Oktober das Preisgericht tagen, um über die Architektur zu entscheiden.

© SZ vom 09.03.2018/belo
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