In Aschheim wird bald wieder in die Tiefe gebohrt: Die interkommunale Geothermie-Gesellschaft AFK Geothermie, ein Zusammenschluss der drei Nachbargemeinden Aschheim, Kirchheim und Feldkirchen im Osten Münchens, hat angekündigt, im November ein weiteres Bohrloch zur Nutzung von Thermalwasser anzulegen. Mit dieser zweiten Dublette entstehen die dritte und vierte Bohrung der AFK.
Rund 2700 Meter tief soll die Bohrung reichen. Von dort wollen die Geothermie-Betreiber zur Energiegewinnung knapp 90 Grad heißes Thermalwasser an die Oberfläche der Schotterebene befördern. Mittels Wärmetauschern wird dem Thermalwasser anschließend die Wärme entzogen und für Heizung und Warmwasser genutzt. Danach wird das Wasser wieder zurück in den Boden geleitet. Nach Angaben der AFK können so künftig bis zu 1200 weitere Wohn- und Firmengebäude in Aschheim, Kirchheim und Feldkirchen versorgt werden. Bislang versorgt das Geothermie-Netz der AFK knapp 1700 Gebäude.
Die Bohrarbeiten übernimmt die Firma Daldrup & Söhne AG aus Oberhaching. Das Unternehmen hatte bereits 2008 und 2009 die erste Geothermie-Dublette für die AFK installiert. Die Vorarbeiten für die neue Bohrung sollen in den Sommerferien beginnen. Geplant sind zunächst unter anderem eine Entwässerungsanlage, Umfahrungen, Unterkünfte für die Bohrmannschaft sowie ein oberirdisches Testwasserbecken. Im November sollen die eigentlichen Bohrarbeiten starten. Von 2028 an soll die zweite Dublette Wärme in das örtliche Versorgungsnetz einspeisen.
Die AFK hofft, mit der rund 50 Millionen Euro teuren Investition künftig je nach Jahreszeit zwischen 90 und 100 Prozent des Wärmebedarfs in den drei Kommunen durch Geothermie decken zu können. Die zusätzliche Bohrung soll eine langfristige, klimaschonende Wärmeversorgung sichern und zudem den Kunden die Aussicht auf stabile Preise. Gerade die Kostenentwicklung hatte in der Vergangenheit immer wieder für teils heftige Kritik gesorgt

