Die interkommunale Geothermie-Gesellschaft AFK verärgert weiterhin Einwohner von Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim. In den Bürgerversammlungen aller drei Orte meldeten sich zuletzt Kunden zu Wort, die über immens hohe Preise klagten. Um etwa 110 Prozent seien die Preise in den vergangenen 15 Monaten gestiegen, merkte etwa Volker Reichenbach in Aschheim an. Für die umweltfreundliche Wärme aus der Tiefe zahle man bei der AFK inzwischen mitunter mehr als für fossile Energie.
Bereits zum vergangenen Jahreswechsel hatten Preissteigerungen um 50 Prozent Unmut ausgelöst. AFK-Geschäftsführerin Martina Serdjuk räumte daraufhin ein, dass der Geothermie-Preis an Indexwerte für Erdgas, Strom, Heizöl und Fernwärme gekoppelt sei. Steigerungen bei diesen fossilen Energieträgern wirken sich demnach auch auf die AFK aus.
Erst kürzlich stellten die SPD-Fraktionen in allen drei Gemeinderäte den Antrag, die Formel, mit der die Preise berechnet werden, zu überdenken. Wie Aschheims aktuell amtierender Rathauschef Robert Ertl (Freie Wähler) auf der Bürgerversammlung vorige Woche Ort ankündigte, will man die Preisgestaltung sowie die Kommunikation der AFK prüfen und gegebenenfalls überarbeiten.
Die Gemeinde Kirchheim setzt ihre Zahlungen an die Gesellschaft aus
Auf den Bürgerversammlungen wurde zudem öffentlich, dass Kirchheim aufgrund der angespannten Finanzlage im kommenden Jahr keine Beiträge an die AFK zahlen kann. „Ich habe momentan kein Bargeld“, sagt Bürgermeister Stephan Keck (SPD) auf SZ-Nachfrage. Bürgschaften für die AFK belasteten den Haushalt. Kirchheim müsse seine Zahlungen vorerst aussetzen.

Die AFK ist jedoch auf kommunale Gelder angewiesen, um den Netzausbau voranzutreiben. Die geplante zweite Bohrung, die die Kapazitäten erhöhen soll, wird Geschäftsführerin Serdjuk zufolge 25 bis 30 Millionen Euro kosten. Auch wenn diese Summe zum größten Teil fremdfinanziert werden soll, müssten die Gemeinden sich beteiligen – üblicherweise zu gleichen Teilen. „Die Finanzierung ist durch Aschheim und Feldkirchen gesichert, sodass wir Kirchheim momentan nicht brauchen“, sagt dagegen Aschheims Rathauschef Ertl. Die beiden Gemeinden übernehmen laut Ertl Bürgschaften und zahlen jeweils 2,5 Millionen Euro, um die AFK ausbauen zu können. „Wir wollen die zweite Dublette.“
Ertl stellt jedoch klar, dass diese Lösung nicht dauerhaft sein könne. „Kirchheim muss irgendwann wieder nachlegen.“ Auch Kirchheims Bürgermeister Keck hofft eigenen Worten zufolge, dass seine Gemeinde in einigen Jahren wieder mehr beitragen kann. Die Haushaltslage in Kirchheim soll sich nach Kecks Einschätzung jedes Jahr bessern.

