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Gastronomie:"Wir hoffen, dass wir das gemeinsam durchstehen"

Karina und Bernd Schadl wollen wie im vergangenen Jahr einen Schanigarten vor ihrem Café öffnen.

(Foto: Claus Schunk)

Bernd Schadl hat sich für sein Café in Neubiberg einen Schanigarten genehmigen lassen. Wann er öffnen darf, ist ungewiss

Interview von Daniela Bode, Neubiberg

Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen, die Blumen sprießen. Wie schön wäre es, auf der Terrasse eines Lokals einen Kaffee oder eine Limonade trinken zu können? Bernd Schadl hat vorgesorgt und für sein Café "Lieblingsplatz" in Neubiberg wie vergangenes Jahr bei der Gemeinde eine erweiterte Freischankfläche beantragt. Die SZ sprach mit ihm über die lange Durststrecke im Lockdown und die Vorfreude, irgendwann wieder zu öffnen.

SZ: Sie dürfen auch dieses Jahr Ihren Außenbereich wieder um ein paar Parkplätze erweitern. Freuen Sie sich?

Bernd Schadl: Ja, für uns ist das großartig, dass wir den Schanigarten wieder eröffnen dürfen. Wir danken der Gemeinde dafür. Gerade in Zeiten wie der Pandemie sind größere Freischankflächen ein toller Mehrwert. Sie sind auch voriges Jahr von den Gästen sehr gut angenommen worden.

Vergangenes Jahr stellten Sie auf der Fläche Stühle, Tische und Sonnenschirme auf. Sie trennten den Bereich mit Holzwänden von der Straße ab. Wollen Sie es dieses Jahr wieder so machen?

Ja, wir wollen es wieder genauso machen. Wir hatten das Gefühl, dass das gut zu unserem Café passt. Wir wollen auf unser bewährtes Konzept zurückgreifen.

Zwischen der eigentlichen Freischankfläche des Lokals und dem erweiterten Bereich verlief der Gehweg. Es heißt, manchmal konnten Abstände hier nicht ideal eingehalten werden.

Es hat uns keiner darauf angesprochen. Ich will nicht ausschließen, dass ein Gast einmal seinen Stuhl etwas weiter rübergeschoben hat. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass das zu Verwerfungen geführt hat. Ich glaube, dass wir im Café "Lieblingsplatz" so viel Verständnis füreinander aufbringen, dass das Miteinander von Gästen, Personal und Fußgängern dort problemlos funktionieren wird.

Die Infektionszahlen steigen. Es wird also noch dauern, bis Sie wieder öffnen können. Haben Sie überhaupt noch Geduld?

Es ist vor allem für unsere sechs Mitarbeiter eine sehr lange Durststrecke. Wir wünschen uns, dass das Team zusammenbleibt und nicht auf andere Tätigkeiten ausweichen muss. Wir hoffen, dass wir das gemeinsam durchstehen.

Die vergrößerte Freischankfläche soll nicht nur attraktiv für die Kunden sein, sondern auch Einnahme-Einbußen wegen der Pandemie etwas abfedern. Wie haben Sie überhaupt bis jetzt durchgehalten?

Bis Mitte Dezember haben wir es noch mit einem To-go-Angebot versucht, dann haben wir komplett geschlossen. Denn unser Konzept im "Lieblingsplatz" ist es ja, ein Treffpunkt zum Genießen zu sein. Das konnten wir mit To go nicht umsetzen. Es ist schon schwierig, aber wir versuchen durchzuhalten. Einen Teil der Kosten werden wir selbst tragen, einen Teil werden wir mit staatlichen Hilfen auffangen. Durch den Schanigarten versuchen wir, die Umsatzeinbußen zu mildern. Wir hoffen, dass bald wieder bessere Zeiten kommen.

In Höhenkirchen gibt es ein weiteres Café mit dem Namen Lieblingsplatz. Ist das Ihre zweite Filiale?

Nein, das gehört nicht zu uns. Wir haben die Besitzer vor der Öffnung gebeten, einen anderen Namen zu wählen, weil das die Gäste verwirren könnte. Sie eröffneten ungefähr eineinhalb Jahre nach uns. Jetzt müssen eben die Gäste entscheiden, welches ihr Lieblingsplatz ist. Wir freuen uns natürlich, wenn sie das Original in Neubiberg bevorzugen.

Auf Ihrer Karte finden sich Speisen mit interessanten Namen wie Loft-Frühstück oder Meditations-Brot. Werden Sie neue Gerichte anbieten, wenn sie wieder öffnen? Vielleicht ein Lockdown-Brot oder einen Kuchen der Hoffnung?

Wir haben uns tatsächlich überlegt, die Speisekarte ein bisschen zu variieren. Was sich dann Neues darauf findet, ist aber noch ein Geheimnis.

© SZ vom 13.04.2021
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