Süddeutsche Zeitung

Gastronomie:Mehrwert durch Mehrweg

Feldkirchen fördert Wirte, die Verpackungsmüll reduzieren

Von Anna-Maria Salmen, Feldkirchen

Die Gemeinde Feldkirchen will örtliche Gastronomen, die Essen zum Mitnehmen in Mehrweggeschirr anbieten, finanziell unterstützen. Einstimmig hat der Gemeinderat kürzlich einen entsprechenden Antrag der CSU-Fraktion angenommen. Während der Pandemie würden die Menschen vermehrt Essen bestellen, was Berge an Plastikmüll zur Folge habe, begründete Stefan Seiffert (CSU) den Vorstoß. Mit Mehrwegsystemen könne man die Menge an Abfall deutlich reduzieren. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde nun auch die Höhe der Förderung festgezurrt: Wirte, die für mindestens ein Jahr ein Mehrwegsystem anbieten, sollen maximal 50 Prozent der Einführungskosten erstattet bekommen.

Dass die Einführung derartiger Systeme unterstützt werden müsse, darüber waren sich die Feldkirchner Kommunalpolitiker bereits Ende Juni einig, als sie erstmals über den Antrag der CSU diskutierten. Verschiedene Ansichten gab es jedoch zur Frage, wie genau die Förderung aussehen soll. Der Antrag der CSU hatte eine finanzielle Zuwendung in Höhe von 500 Euro bei der Einführung eines Mehrwegsystems vorgesehen. Pauschal könne man diese Summe allerdings nicht gewähren, merkte Rathaus-Geschäftsleiter Heinz-Josef Reiser an: Die Gemeinde würde sich dadurch möglicherweise der verdeckten Wirtschaftsförderung schuldig machen. Lösen könne man dieses Problem etwa durch eine Staffelung der Zuwendung.

Für diese Variante sprach sich auch Brigitte Pfaffinger (SPD) aus. "Man soll nicht nur durch die Einführung leichtes Geld bekommen. Wir wollen auch Anreize für die Wirte setzen, damit sie wirklich hinter diesen Systemen stehen." Pfaffinger regte an, die Förderung nach Erfolg zu staffeln: Je mehr Kunden bei einem Wirt ihr Essen in Mehrweggeschirr mitnehmen, desto mehr Geld soll dieser erhalten. Martin Obergroßberger (CSU) merkte an, dass bereits mehrere Feldkirchner Gastronomen ein Mehrwegsystem anbieten würden: "Die Förderung muss auch retrospektiv gelten. Sonst bestrafen wir die, die schon früh dran waren."

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Quelle:
SZ vom 12.08.2021
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