Gastronomie:Kulinarische Mehrweg-Rundfahrt

Gastronomie: Vielfach im Einsatz: Die Bürgermeister Andreas Bukowski und Katharina Dworzak mit den Wirten Christian Schottenhamel und Klaus Bartl.

Vielfach im Einsatz: Die Bürgermeister Andreas Bukowski und Katharina Dworzak mit den Wirten Christian Schottenhamel und Klaus Bartl.

(Foto: Claus Schunk)

Gemeinde, Gewerbeverband und Dehoga werben bei Haarer Wirten für Müllvermeidung

Von Bernhard Lohr, Haar

Eines haben der Almwirt, das Eiscafé Firenze und das Ristorante da Pino im Sportpark jetzt auf jeden Fall gemeinsam: Die drei Haarer Gastronomiebetriebe setzen auf Mehrweggeschirr bei Essenslieferungen und damit auf Müllvermeidung. Der örtliche Gewerbeverband hat die drei Gastronomiebetriebe dazu bewegen können, sich von Styroporschachteln und Ähnlichem zu verabschieden. Die Gemeinde unterstützt den Umstieg auf Mehrweggeschirr finanziell. Und um das Anliegen weiter bekannt zu machen, hat sich der Gewerbeverband mit dem Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) auf eine Rundtour durch Haar begeben. Die Wirte sollen Nachahmer finden.

Federführend hat das der Gewerbeverband Haar Trudering organisiert, dem Bürgermeister Andreas Bukowski vor gar nicht langer Zeit selbst vorgestanden war. Der Vorsitz in dem Unternehmerklub war sein erstes offizielles Amt in Haar, bevor es dann weiter nach oben ging und im Rathaus endete. Nach der Wahl ließ Bukowski den Vorsitz ruhen. Im Oktober vergangenen Jahres wurde auf einer Mitgliederversammlung Ansgar M. Sommer zum Vorsitzenden gewählt.

Sommer hat seit 22 Jahren ein Medienunternehmen in Haar. Die TMC-Media dreht Werbefilme, Imagefilme und bietet Medienberatung an. Als Vorsitzender des Gewerbeverbands kümmert sich Sommer auch darum, dass die Firmen am Ort gut durch die Corona-Pandemie kommen, und propagiert die Einführung von Mehrweg-geschirr. Seine Losung sei "genial lokal", sagt Sommer. Es gelte zusammenzurücken und zusammenzustehen. Bei der Tour durch Haar zu den drei Gastronomiebetrieben war dann auch Bürgermeister Bukowski wieder dabei. Und er war dabei in seinem Element.

Die Förderung der örtlichen Wirtschaft, des Handels und der Gastronomie sind so etwas wie sein Leib- und Magenthema. Seit einiger Zeit ist der Bürgermeister auf kulinarischer Entdeckungsreise durch seine Gemeinde und stattet den Wirten Besuche ab. Die Bilder davon postet er auf Facebook. Die kürzlich gefeierte Eröffnung des Imbissladens "Beirut, Beirut" an der Bahnhofstraße hat er in die Wege geleitet. Alle Wirte, die auf Mehrweg umstellen, profitieren von einer gemeindlichen Förderung. Dies sei "ein kleiner, aber wichtiger Schritt hin zu mehr Kreislauf- statt Abfallwirtschaft und der damit verbundenen Vermeidung von Verpackungsmüll", sagt Bukowski. Und er dankt dabei der SPD, die den Antrag in den Gemeinderat eingebracht hatte, dies durch einen finanziellen Anreiz zu unterstützen.

Bei den drei Teilnehmern bisher soll es nicht bleiben. Ansgar Sommer sagt, er stehe im Gespräch etwa auch mit dem neuen italienischen Lokal Amici im Jugendstilpark und anderen. Jetzt habe man die "erste Welle" der Umstellung erreicht, weitere würden folgen. Das Thema hat sowieso schon eine breite Öffentlichkeit erreicht. Auch viele andere Kommunen wie Unterschleißheim oder Garching unterstützen die Abkehr von Plastikgeschirr. Auch der Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands, der Wiesnwirt Christian Schottenhamel, war bei der Rundtour in Haar dabei.

© SZ vom 29.06.2021
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