Garchinger Forschungsreaktor:TU hält hochangereichertes Uran noch für notwendig

Die TU München, Betreiberin des Forschungsreaktors FRM II auf dem Garchinger Campus, wehrt sich gegen die Vorwürfe, der Weiterbetrieb des Reaktors mit hochangereichertem Uran widerspreche internationalen Vereinbarungen und stelle eine potenzielle Gefahr dar.

In einem Webinar auf Einladung der Grünen-Landtagsabgeordneten Claudia Köhler und Markus Büchler am Montagabend hatte insbesondere der US-amerikanische Politologe Alan Kuperman, Dozent an der Universität von Texas in Austin und als Koordinator des "Nuclear Proliferation Prevention Projects" seit Jahrzehnten Kritiker der zivilen Nutzung von hochangereicherten Uran-Brennstoffen, das Verhalten der Reaktorbetreiber sowie der zuständigen Aufsichtsbehörden gerügt. Diese würden die bei der Zulassung des Forschungsreaktors vereinbarte Umrüstung auf einen niedriger angereicherten Brennstoff verschleppen, obwohl international bereits geeignete Brennstoffe bekannt seien. Erst im Dezember 2020 hatten das bayerische Wissenschaftsministerium und das Bundesforschungsministerium die entsprechende Verwaltungsvereinbarung über die Umstellung des FRM II aktualisiert und die politische Entscheidung über eine Umrüstung auf 2023 verschoben.

Konträr zu den Kritikern argumentieren die Betreiber, es gebe nach heutigem Stand der internationalen Forschung noch keinen geeigneten Brennstoff für die Umrüstung der europäischen und US-amerikanischen Hochleistungsforschungsreaktoren. In einer internationalen Forschergruppe sei die TU aber vielversprechenden Ergebnissen nahe. Zudem, betont die TU, wären überaus komplexe physikalische und chemische Verfahren nötig, um Brennelemente aus dem Reaktor - frisch oder abgebrannt - zu Atomwaffen verarbeiten zu können. Bei einer Änderung des Brennstoffs werden wohl auch teure und komplizierte Umbauten am Reaktorkern und der gesamten Anlage nötig.

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