Garching:Zwei Türme für die Innenstadt

Garching: So oder ähnlich könnte das neue Gebäude für die Volkshochschule an der Garchinger Telschowstraße einmal aussehen.

So oder ähnlich könnte das neue Gebäude für die Volkshochschule an der Garchinger Telschowstraße einmal aussehen.

(Foto: BSS Architekten)

Stadt billigt imposanten Neubau, in dem Volkshochschule und Familienzentrum Platz finden

Von Irmengard Gnau, Garching

Lothar Stetz hat Grund zur Freude. Der Direktor der Volkshochschule im Norden des Landkreises (VHS Nord) muss derzeit verdauen, dass seine Institution wie so viele andere Einrichtungen coronabedingt ihr reiches Angebot arg zurückfahren musste. Nun aber kommt ein Lichtblick aus Garching: Der Bauausschuss der Stadt hat seine Zustimmung gegeben für den Neubau eines Kultur- und Sozialhauses an der Telschowstraße. In dem Gebäude werden die VHS sowie ein Familienzentrum, betrieben von der Nachbarschaftshilfe, und weitere Garchinger Sozialeinrichtungen ein modernes, zentral gelegenes Domizil erhalten. Beschwerden von Anwohnern über die Größe des geplanten Baus sahen die Kommunalpolitiker nicht als gerechtfertigt an: Der Bauantrag wurde einstimmig genehmigt.

"Wir haben riesigen Nachholbedarf in Garching", sagt Stetz. In den bisherigen Räumlichkeiten an der Bürgermeister-Wagner-Straße konnte die VHS nur noch ein eingeschränktes Programm anbieten, gerade in den vergangenen Monaten, wo Abstandsregeln mehr Platz pro Kurs verlangten. Im Neubau soll das vergessen sein. Stetz freut sich zudem auf die Zusammenarbeit und Verzahnung mit den weiteren Nutzern des Gebäudes. Er sei guter Dinge, dass es 2021 losgehen könne. Der Bauherr, die Baugenossenschaft Ober- und Unterschleißheim, welche das städtische Grundstück in Erbbaurecht übernehmen und das fertige Gebäude dann an Garching vermieten soll, hatte signalisiert, rasch mit dem Bau beginnen zu wollen.

Mit dem Startschuss für das neue Bildungs- und Sozialzentrum macht die Stadt einen weiteren Schritt im Bemühen, ihre Innenstadt zu beleben. Das geplante Areal liegt direkt gegenüber dem Garchinger Rathaus, unweit des Bürgerhauses und der evangelischen Laudatekirche. Bislang befinden sich dort ein Parkplatz und eine Grünfläche, einst der Vorplatz der Post. Die zentrale Lage war eines der Hauptargumente, warum alle Fraktionen geschlossen hinter dem Projekt stehen.

Der Entwurf sieht mehrere miteinander verbundene Gebäudeteile vor, die sich insgesamt auf einer Länge von etwa 68 Meter erstrecken. Blickfang des zweigeschossigen Hauses sind zwei Türme, ein mittig platzierter mit vier Vollgeschossen sowie am Südende einer mit fünf Stockwerken. Bis zur höchsten Dachspitze wird das neue Bildungs- und Sozialzentrum so planmäßig gut 20 Meter in die Höhe ragen. Hinzu kommen Außenanlagen, ein kleiner Spielplatz, Stellplätze für Fahrräder sowie Autos und ein Müllhäuschen. Das Gebäude soll außen luftig mit Holzleisten verkleidet sein; es wird an die Geothermie angeschlossen, auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage vorgesehen.

Anwohner der direkt benachbarten Mehrfamilienhäuser an der Niels-Bohr-Straße hatten sich zuvor beklagt, dass das neue Zentrum zu massiv geplant sei und die Grünfläche samt mehrerer Bäume dadurch verschwinde. Der Nutzen für die ganze Stadt aber sei groß, lautet das Gegenargument, und zentrale Grundstücke seien rar. Für die zu fällenden Bäume soll auf Vorschlag der Stadtverwaltung etwa im Bürgerpark nachgepflanzt werden.

© SZ vom 05.12.2020
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