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Garching:Viel Platz für die Weihnachtspakete

In Hochbrück plant ein Logistiker ein neues Verteilzentrum und ein Parkhaus

Von Gudrun Passarge, Garching

Ein "namhafter Logistikbetrieb" will ins Hochbrücker Gewerbegebiet ziehen, wie Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) den Garchinger Bauausschuss informierte. Dazu soll an der Dieselstraße 32 eine Umschlaghalle in ein Verteilerzentrum umgebaut und daneben ein Parkhaus errichtet werden. Gruchmann sprach von etwa 80 Fahrzeugen, hauptsächlich mit Elektroantrieb, die dort die Pakete abholen und dann nach 9 Uhr rausfahren. Während der Weihnachtszeit und den dadurch sicheren Mehraufwand könnten es auch bis zu 140 Fahrzeuge sein. Die Pakete würden in der Nacht angeliefert. Es würde aber niemand auf den Straßen parken, Stellplätze seien genügend vorhanden. "Es sind halt Arbeitsplätze und ein bisschen Gewerbesteuer bleibt auch hängen", sagte der Bürgermeister.

Der Umbau soll den Arbeitsablauf des neuen Mieters optimieren. Im Erdgeschoss sind etwa Förderbänder und verschiedene Schalter zum Check-In und Check-Out vorgesehen. Im Obergeschoss werden Büros, Besprechungs- und Sozialräume eingerichtet. Bauherrin sei ein Versandhandel, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Im neuen Verteilerzentrum sollen die verpackten Waren in die Zustellerfahrzeuge geladen und an den Endkunden zugestellt werden. Die Anlieferung sei dabei so getaktet, dass es zu keinem wartendenden Verkehr kommt. Für die Fahrzeugflotte ist neben dem Verteilerzentrum ein Parkhaus mit vier Parkdecks geplant. Das oberste Parkdeck ist ohne Überdachung geplant. Daher sei auch keine Dachbegrünung oder Photovoltaik-Anlage möglich, heißt es von Seiten der Verwaltung. Sie plädiert trotzdem für eine Überdachung samt Photovoltaik-Anlage, um den Strom für die Ladestationen in der Parkgarage zu generieren. Die Türme des Parkhauses sollen eingegrünt werden.

Die Garchinger Stadträte hatten gegen den Umbau nichts einzuwenden, machten jedoch noch einmal deutlich, dass eine Photovoltaikanlage unbedingt eingeplant werden sollte. Außerdem machte Michaela Theis (Unabhängige Garchinger) den Vorschlag, die gesamte Parkgarage zu begrünen. Ihr Kollege Harald Grünwald forderte das ebenfalls, genauso wie die Photovoltaik-Anlage, "warum sollen wir immer zurückstecken?", fragte er. Die Stadt müsse unbedingt mit dem Investor reden. "Wir haben es uns alle auf die Fahne geschrieben, dass wir ein bisschen grüner werden". Bürgermeister Gruchmann gab allerdings zu bedenken, "wir werden ihn nicht zwingen können". Er versprach jedoch, "wir werden versuchen, es nachzuverhandeln." Gegen die Stimmen von Grünwald und Alfons Kraft (Bürger für Garching) wurde der Umbau und Neubau genehmigt.

© SZ vom 24.10.2020
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