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Garching:TU sieht keinen Klärungsbedarf

Abwasser in der Stadt wird vorerst nicht zusätzlich behandelt

Das Garchinger Klärwerk wird vorerst keine vierte Klärstufe bekommen. Das hat der Werkausschuss gegen die Stimmen der beiden Grünen und Gerlinde Schmolke von der SPD beschlossen. Die Stadtwerke Garching hatten auf Antrag der Grünen beim Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft an der TU München eine Studie zu Möglichkeiten der verbesserten Spurenstoffelimination in der Kläranlage Garching bezüglich Verfahrensauswahl, Bemessung und Bewertung einer vierten Reinigungsstufe in Auftrag gegeben. Doch Uwe Hübner von dem Lehrstuhl empfahl den Stadträten, zunächst abzuwarten, weil bei der Münchner Stadtentwässerung gerade eine Untersuchung zur Ozonierung laufe und auch das Landesamt für Umwelt neue Behandlungsverfahren erarbeite.

Die Isar unterhalb von München gehört laut Hübner zu den bayerischen Gewässern, in denen die Umweltqualitätsnormen für Stoffe wie etwa Diclofenac regelmäßig überschritten werden. Dabei lägen aber die Werte aus Garching weit hinter denen von München, führte Hübner aus. Während am Gut Marienhof etwa 100 Nanogramm pro Liter gemessen würden, liege der Wert in Garching bei 1,3 Nanogramm. Wegen dieses geringen Werts seien vermutliche keine gesetzlichen Vorgaben zu erwarten, würde Garching dennoch handeln, wäre das proaktiv.

Diese Argumente überzeugten Grünen-Fraktionssprecher Hans-Peter Adolf nicht. "Die anderen machen mehr Dreck, also können wir unseren weiter reinhauen", so komme das rüber. Er plädierte dafür, trotzdem die vierte Stufe zu bauen. Dazu sagte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD), es sei zwar schön, Vorreiter zu sein, "aber das ist auch mit Kosten verbunden". Er plädierte wie die Mehrheit dafür, erst die neuen Methoden testen zu lassen und dann zu entscheiden.

© SZ vom 02.07.2020 / pa

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