Garching:Teures Ende

Bürgerhaus-Sanierung kostet deutlich mehr als geplant

Die Sanierung des Garchinger Bürgerhauses schien manchen wie eine unendliche Geschichte. Nun aber neigt sie sich ihrem Ende zu. Und das sowohl beim Bau als auch bei den Rechnungen. "Wir nähern uns endlich den Endzahlen", erklärte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) im Bauausschuss. Die letzten Überprüfungen der jüngst eingegangenen Zahlungsforderungen werden voraussichtlich im Herbst abgeschlossen sein. Klar ist aber bereits jetzt: Die Sanierung ist deutlich teurer geworden als die Stadt geplant hatte. Gut 12,1 Millionen Euro brutto schlagen für die Sanierung des Bürgerhauses zu Buche; für das Restaurant sind es noch einmal knapp 4,4 Millionen.

Begonnen hatten die Planungen für die Arbeiten Ende 2016 mit einem Budget von damals knapp neun Millionen Euro für das Bürgerhaus allein. Bald wurde jedoch klar, dass diese Summe nicht würde zu halten sein. Einige Zusatzkosten ergaben sich erst während der Bauzeit, weil sich etwa beim Restaurant nach dem Öffnen verschiedener Böden und Wände herausstellte, dass der Gebäudeteil statisch sensibler war als gedacht. Daraufhin mussten teilweise neue Fundamente im Kellergeschoss erstellt werden und in Folge auch die Bodenplatte und die teilweise darin verlegten Grundleitungen neu geplant werden. Andere Zusatzposten beruhen auf Sonderwünschen, die der Stadtrat nachträglich genehmigt hat, etwa einem außen anzubringenden Sonnenschutz für die Bücherei.

Angesichts der Gesamtkosten von nun voraussichtlich etwa 16,5 Millionen Euro brachte Jürgen Ascherl, Fraktionsvorsitzender der CSU im Stadtrat, noch einmal den Vorschlag ins Spiel, die Stadt solle sich bei künftigen Großprojekten doch eine professionelle Bauaufsicht leisten. Ob diese allerdings die aufgetretenen Probleme hätte verhindern können, zweifelte die Bauverwaltung an. Eine Baufirma war zum Beispiel schlicht nicht am vereinbarten Termin erschienen. Auch mit dem ausgewählten Architekturbüro habe man "leider kein Glück gehabt", sagte Gruchmann. Zähneknirschend gab der Bauausschuss schließlich die Mehrkosten frei.

© SZ vom 30.07.2021 / gna
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