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Garching:Teenager dürfen mitreden

Stadt plant eine Jugendbürgerversammlung und andere Formen der Partizipation

Jugendliche in Garching sollen mehr Mitspracherecht bekommen. Christopher Redl vom Referat Bildung und Soziales im Rathaus hat im Hauptausschuss mehrere Möglichkeiten vorgestellt, wie das umgesetzt werden könnte. Wichtig war ihm jedoch, dass nicht über die Köpfe der Jugendlichen hinweg ein Konzept beschlossen werde. Er präferierte die Lösung, eine Jugendbürgerversammlung einzuberufen. Dort könnte dann geklärt werden, in welcher Form die Jugendlichen sich eine Beteiligung vorstellen können.

Bereits im Oktober hatte der Stadtrat auf Antrag der Unabhängigen Garchinger beschlossen, die Verwaltung zu beauftragen, einen Jugendbeirat zu initiieren. Redl hat schon einige Gespräche mit Jugendlichen, Sozialarbeitern sowie dem Kreisjugendring geführt, außerdem war er bei einer Landestagung des KJR, bei der es auch um die Partizipation Jugendlicher im Gemeindeleben ging. Redl nannte als positives Beispiel die Gemeinde Rottenbach. Dort könne jeder, der älter als elf Jahre ist, auf Einladung des Bürgermeisters an der Jugendbürgerversammlung teilnehmen. Dort würden dann mit dem Bürgermeister die Themen besprochen, die den Jugendlichen wichtig seien. So wurde beispielsweise schon ein großes Trampolin auf Wunsch der Jugendlichen im Ort aufgebaut und auch eine Baumpflanzaktion habe bereits stattgefunden. Der Bürgermeister von Rottenbach arbeitet laut Redl "mit denen, die kommen", er halte die Versammlung offen für jeden, der mitmachen will, auch unterm Jahr.

Ein solches Projekt erfordere starke Begleitung, von Jugendsozialarbeitern, von Jugendhäusern, aber auch von politischen Mandatsträgern, betonte Redl. Von den Jugendhäusern jedoch habe er das Signal bekommen, dass sie von den Kapazitäten her nur eingeschränkt zur Verfügung stünden. Wichtig sei, dass die Jugendlichen den breiten politischen Willen erkennen müssten, dass sie etwas bewirken können.

Die Stadträte begrüßten das Projekt einhellig. Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) regte an, dass der neue Stadtrat einen Jugendreferenten wählen könnte. Dem stimmte auch CSU-Fraktionschef Jürgen Ascherl zu. Er blickte allerdings in die Runde und stellte fest, dass die Stadträte eher nicht das geeignete Alter für so einen Posten hätten. Grünen-Fraktionssprecher Hans-Peter Adolf erinnerte an Projekte, die es vor einigen Jahren mal gab. Da seien Jugendliche mit einem Streetworker im Stadtrat gewesen und hätten ihre Wünsche vorgetragen, in dem Fall eine Line, die sie auch bekamen. Auch ein Schulprojekt erwähnte Adolf. Seiner Meinung nach komme es bei der Beteiligung der Jugendlichen nicht so sehr auf die Institutionalisierung an, "sondern darauf, dass es jemand anschiebt".

Redl wird nun eine Jugendbürgerversammlung vorbereiten, sobald die Zeiten das wieder zulassen. Welche Themen die Jugendlichen wohl interessieren, da hat er schon eine Ahnung. Bei einer Umfrage in einem Aktionsbus zur Kommunalwahl war am häufigsten als Wunsch ein McDonald's genannt worden. Aber auch ein Schwimmbad wünschten sich einige und ein Einkaufszentrum.

© SZ vom 07.04.2020

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