Garching:Tausende Liter Kerosin versickert

TU Garching bei München, 2018

Die Fakultät für Maschinenwesen in Garching. Kerosin wird hier für die Forschung an Antrieben genutzt.

(Foto: Florian Peljak)

Bei Arbeiten auf dem TU-Campus in Garching ist ein Leck aufgetreten, eine Belastung des Grundwassers ist noch unklar

Auf dem Forschungsgelände der Technischen Universität (TU) in Garching sind in einem Nebengebäude mehrere Tausend Liter Kerosin ausgelaufen und zum Teil ins Grundwasser gelangt. Das Wasserwirtschaftsamt München und ein Gutachter untersuchten am Mittwoch auf dem Campus mit Sondierungsbohrungen rund um das betroffene Gebäude, wie viel des Treibstoffs in das Erdreich beziehungsweise ins Grundwasser gelaufen ist. Kerosin gilt als umweltgefährdend.

Offensichtlich ist das Kerosin bereits am Wochenende ausgetreten. Wie die TU mitteilt, hatte eine Firma im Auftrag des Staatlichen Bauamts in der vergangenen Woche in einem Nebengebäude der Fakultät für Maschinenwesen an der Boltzmannstraße eine Pumpstation erneuert, die bei Bedarf Kerosin aus einem Tank in das Fakultätsgebäude pumpt. Wissenschaftler am Lehrstuhl für Turbomaschinen und Flugantriebe nutzen den Treibstoff in der Antriebsforschung für Turbinentests. Am Montag entdeckte ein TU-Mitarbeiter, dass an der Anlage Kerosin austrat. Die von der TU verständigte Firma konnte das Leck schließen, jedoch könnten nach Einschätzung des Wasserwirtschaftsamts bis zu 5000 Liter Kerosin ausgetreten sein.

Im Boden rund um das Gebäude seien auf jeden Fall Belastungen feststellbar, sagte Behördenleiter Christian Leeb am Mittwoch. Das Kerosin ist vermutlich unter anderem über einen Schacht ins Erdreich und auch ins Grundwasser gelangt. Wie stark das Wasser belastet ist, müssen nun Laborproben zeigen. Davon hängt auch das weitere Vorgehen ab. Am Donnerstag werden weitere Bohrungen gemacht, um feststellen zu können, wie weit sich das Kerosin ausgebreitet hat. "Von der Ersteinschätzung her wird man wohl eine Sanierung vornehmen müssen", sagt Leeb.

Der Leiter des Wasserwirtschaftsamts sieht jedoch keine Gefahr, dass der umweltschädliche Treibstoff etwa in die Isar gelangt. Das Grundwasser unterhalb des Forschungscampus bewege sich nur etwa fünf Meter am Tag in Fließrichtung. Bis zur Isar sind es Luftlinie mehr als 800 Meter. Außerdem liegt zwischen der Austrittsstelle und dem Fluss die U-Bahn. Das Grundwasser unter dem Campus wird nicht für die Trinkwassergewinnung genutzt. Die Ursache für das Auslaufen ist noch unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt.

© SZ vom 22.07.2021 / gna
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