Wenn sich am 26. April die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 40. Mal jährt, werden viele in Garching an Ingrid Wundrak denken. Auch das „Archiv Deutsches Atomerbe“ widmet der 2019 verstorbenen Grünen-Stadträtin und Mitbegründerin der „Bürger gegen Atomkraft“ in Garching in seiner Online-Datenbank einen ganzen Abschnitt. Darin wird an ihr nimmermüdes Engagement erinnert. Als Kopf der Initiative habe sich Ingrid Wundrak mit den höchsten Regierungsstellen angelegt – und sei deshalb „gefürchtet, aber auch respektiert“ gewesen, ist in den Dokumenten der Sammlung nachzulesen. Das zentrale Ziel der Bürgerinitiative war, den Bau des Atomforschungsreaktors FRM II zu verhindern, der das sogenannte Atomei auf dem Gelände der Technischen Universität (TU) München in Garching ablösen sollte.
40 Jahre Tschernobyl„Die haben uns buchstäblich im radioaktiven Regen stehen lassen“
Lesezeit: 5 Min.

Gegen den von der Firma Siemens gebauten und im Jahr 2004 in Betrieb genommenen Forschungsreaktor München II protestierten Atomkraftgegner anlässlich der Hauptversammlung in der Olympiahalle in München.
Claus SchunkDurch das Atom-Ei hat sich in Garching schon früh Widerstand gegen die Kernkraft formiert, das Unglück von Tschernobyl politisierte dann den ganzen Ort. Bis heute prägt der Streit um den Forschungsreaktor die Stadt.
Von Irmengard Gnau und Sabine Wejsada, Garching
